Die Straßenabschnitte, auf denen Blitzer eingesetzt werden dürfen, müssen auf Anordnung des Präfekten festgelegt werden. Außerdem müssen die Radarfallen mit Schildern im Voraus klar angekündigt werden: mindestens 1000 Meter auf Straßen außerhalb von Wohngebieten, 200 Meter auf innerstädtischen Durchgangsstraßen und 75 Meter auf anderen Straßen.<BR /><BR />Kein Blitzer darf in der Stadt auf Straßen zugelassen werden, auf denen eine Geschwindigkeit von maximal 50 Stundenkilometern zugelassen ist. Außerdem wird zum ersten Mal der Mindestabstand zwischen den einzelnen Geräten festgelegt, der je nach Straße variieren kann. <h3> 12 Monate Zeit, um Blitzer anzupassen</h3>Das heute in Kraft tretende neue Dekret räumt den Bürgermeistern eine Frist von 12 Monaten ein, um ihre Blitzer auf den neuesten Stand zu bringen; danach müssen diejenigen, die den Anforderungen nicht entsprechen, abmontiert werden. <BR /><BR />„Radarfallen werden nur noch zur Verhinderung von Unfällen aufgestellt – nicht aber, damit Gemeinden Geld auf Kosten der Autofahrer verdienen können“, erklärte Verkehrsminister Matteo Salvini (Lega). <h3> 1,5 Milliarden an Bußgeldern</h3>Die Italiener haben im vergangenen Jahr 1,535 Milliarden Euro an Bußgeldern gezahlt. Dies entspricht einem Wachstum von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 23,7 Prozent gegenüber dem Vorpandemie-Jahr 2019. In einigen Gemeinden liegen die Einnahmen im Vergleich zur Einwohnerzahl bei über 100 Euro pro Kopf und Jahr. <BR /><BR />Die Stadt Triest hat inzwischen die Geschwindigkeitskontrollen mit Radarkameras nach einem Urteil des Kassationsgerichtshofs ausgesetzt; demnach wird der Einsatz solcher Geräte in ganz Italien verboten, wenn sie nicht homologiert wurden. Laut dem Kassationsgericht in Rom sind die meisten Blitzer zwar vom Infrastrukturministerium genehmigt, aber von der Regierung nicht der erforderlichen detaillierten technischen Prüfung unterzogen worden.<h3> 11.000 Blitzer in Italien</h3>Nirgendwo in Europa gibt es so viele Radarfallen wie in Italien: Es sind über 11.000. Manche Gemeinden machen mit den „Autovelox“, wie diese auf Italienisch heißen, gutes Geld. Die 20 größten Städte sollen damit 2022 mehr als 75 Millionen Euro eingenommen haben, allein Florenz kassierte damit mehr als 23 Millionen.