Donnerstag, 08. April 2021

Italien empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff für über 60-Jährige – Südtirol zieht mit

Italien ändert seine Impfrichtlinien und empfiehlt das Präparat von Astrazeneca jetzt für Menschen über 60 Jahre, wie der Präsident des obersten Gesundheitsinstituts (CTS), Franco Locatelli, am Mittwochabend in Rom bekanntgab. Auch Südtirol zieht mit. Wie Landesrat Thomas Widmann gegenüber STOL bestätigt, sei Südtirol an die Vorgaben der italienischen Behörden gebunden.

Italien empfiehlt den Impfstoff für über 60-Jährige.
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Italien empfiehlt den Impfstoff für über 60-Jährige. - Foto: © APA/afp / INA FASSBENDER
Locatelli und andere Experten des Gesundheitsministeriums betonten, dass der Impfstoff in Italien weiter als ein sehr gutes Mittel eingestuft werde. Aufgrund von sehr seltenen Vorkommnissen von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Präparat habe Gesundheitsminister Roberto Speranza sich aber für die „bevorzugte Verwendung“ von Astrazeneca-Dosen bei Menschen über 60 Jahre entschieden.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte am Mittwoch erklärt, dass es sich nach ihrer Einschätzung bei den Blutgerinnseln um Nebenwirkungen des Vakzins handelt.

Die EMA nahm jedoch keine Änderung an ihrer uneingeschränkten Empfehlung für den Impfstoff vor. Italien hatte sich zuletzt daran orientiert.

In Europa gelten in unterschiedlichen Staaten allerdings schon länger unterschiedliche Regeln beim Einsatz des Astrazeneca-Mittels. In Deutschland hatte die ständige Impfkommission (Stiko) den Astrazeneca-Impfstoff zuletzt für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Einige andere Staaten nehmen 55 Jahre als Altersgrenze.

Unter anderem in Österreich hingegen wird das Impfprogramm unverändert fortgesetzt und Astrazeneca weiterhin uneingeschränkt empfohlen.

dpa/stol

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