Dienstag, 07. Dezember 2021

Italien entsendet mobiles Rettungszentrum nach Libyen

Italien hat ein größeres Marineschiff nach Libyen entsandt. Wie die Zeitung „La Repubblica“ (Dienstag) berichtet, soll die „San Giorgio“ als mobiles Rettungskoordinierungszentrum im zentralen Mittelmeer dienen.

Italien will den Kampf gegen Schlepper verstärken.
Italien will den Kampf gegen Schlepper verstärken. - Foto: © Ministero della difesa/Marina Militare
Mit der technischen Ausrüstung und Experten an Bord wolle Rom einerseits die libysche Seite bei der Rettung schiffbrüchiger Migranten unterstützen, so die „Repubblica“ laut Kathpress. Andererseits soll so der Kampf gegen Schlepper und Menschenhändler verstärkt werden.

Dem Bericht zufolge wird die bisher geheim gehaltene Operation von der Europäischen Union im Rahmen eines Abkommens finanziert, das vom italienischen Innenministerium verwaltet wird, das auch das libysche Personal unterstützen wird. Die Kosten belaufen sich laut dem Bericht auf rund 15 Millionen Euro.

Die Entsendung der „San Giorgio“ aus der Klasse der Landungsschiffe bedeutet die Wiederaufnahme europäischer und italienischer Initiativen in Libyen. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs hatte Italiens Marine den Hafen Abu Sitta von Tripolis verlassen. Seit 2019 hatte die Türkei dort einen Brückenkopf. Zuletzt hatte Ankara zu weiten Teilen die Ausbildung und Koordinierung der libyschen Küstenwache durchgeführt und seinen Einfluss in der Region ausgebaut.

apa