Donnerstag, 11. Mai 2017

Italien: Entsetzen über mutmaßlichen Brandanschlag auf Roma-Familie

Mit Bestürzung haben hochrangige Politiker in Italien auf einen mutmaßlichen Brandanschlag auf den Wohnwagen einer Roma-Familie reagiert, bei dem in der Nacht zum Mittwoch drei Schwestern getötet wurden.

Mit Bestürzung haben hochrangige Politiker in Italien auf einen mutmaßlichen Brandanschlag auf den Wohnwagen einer Roma-Familie reagiert.
Mit Bestürzung haben hochrangige Politiker in Italien auf einen mutmaßlichen Brandanschlag auf den Wohnwagen einer Roma-Familie reagiert. - Foto: © LaPresse

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi nannte den mutmaßlichen Anschlag „eine Tragödie“, Staatschef Sergio Mattarella sprach von einem „schrecklichen Verbrechen“.

Der Verein 21 Luglio, der in Italien immer wieder Gewalt gegen Roma und Sinti anprangert, brachte seinen „Schmerz“ über den tödlichen Brand zum Ausdruck. Zugleich forderte er, zunächst die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten.

Hintergründe noch nicht geklärt

Zunächst war man bei dem mutmaßlichen Brandanschlag von rassistischen Motiven ausgegangen, italienische Medien berichteten, Mitglieder der Familie seien in den vergangenen Tagen von Anwohnern bedroht worden.

Mittlerweile ermitteln die Behörden auch mit Blick auf eine Rachetat durch eine andere Nomaden-Familie, wie repubblica.it berichtet.

Papst Franziskus entsandte einen Geistlichen zur Familie der Opfer, um sein Beileid auszudrücken und „konkrete Hilfen“ zu überbringen, wie der Vatikan mitteilte.

Geschwister und Eltern konnten sich retten

Die drei Schwestern im Alter von vier, acht und 20 Jahren schliefen mit ihren Eltern und acht weiteren Geschwistern in dem Wohnmobil am Stadtrand von Rom, als das Fahrzeug in Flammen aufging. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten den Ermittlungsbehörden zufolge einen jungen Mann, der vor Ausbruch der Feuers eine Flasche auf den Wohnwagen warf.

In Italien leben rund 170.000 Roma und Sinti, von denen die Mehrzahl einen festen Wohnsitz und einen regulären Arbeitsplatz hat. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen gegen Angehörige der Minderheiten.

apa/afp

stol