Dies geht aus den aktuellen Zahlen zur Migration hervor, die unterschiedliche Entwicklungen bei den Zuwanderungsgründen zeigen.<BR /><BR />Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 426.956 neue Aufenthaltsgenehmigungen ausgestellt. Das waren 47,2 Prozent mehr als 2024, als 290.119 Genehmigungen erteilt worden waren. Damit erreichte die Zahl den höchsten Stand seit 15 Jahren - abgesehen vom Rekordjahr 2022, das maßgeblich durch die Fluchtbewegung aus der Ukraine geprägt war. Besonders stark stieg die Zahl der Aufenthaltsgenehmigungen zur Familienzusammenführung: Mit 168.733 Genehmigungen lag sie 61,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Aufenthalten zu Studienzwecken betrug der Anstieg 76 Prozent. Auch die Zahl der Aufenthaltserlaubnisse aus beruflichen Gründen nahm deutlich zu - um 45,9 Prozent auf knapp 59.000.<BR /><BR />Die Familienzusammenführung machte 39,5 Prozent aller neu erteilten Aufenthaltserlaubnisse aus. In 47,9 Prozent der Fälle betrafen die Genehmigungen Minderjährige. Mehr als 23 Prozent der betreffenden Kinder und Jugendlichen waren in Italien geboren. Frauen stellten 56,1 Prozent der neuen Aufenthaltserlaubnisse aus familiären Gründen. Besonders viele Genehmigungen entfielen auf Staatsangehörige aus Marokko mit 23.467 Fällen und Albanien mit 21.131 Fällen. Dahinter folgten Ägypten, Pakistan und Indien. Der starke Anstieg erfolgte, obwohl Italien Ende 2024 die Voraussetzungen für den Nachzug volljähriger Familienangehöriger verschärft hatte. Als mögliche Erklärung gilt, dass zahlreiche Anträge noch vor Inkrafttreten der neuen Regelungen eingereicht wurden.<BR /><BR />Auch die Zahl der Aufenthaltserlaubnisse zu Studienzwecken erreichte mit mehr als 35.000 einen Höchststand seit 2010. Zu der Entwicklung dürften auch die Bemühungen italienischer Hochschulen beitragen, Studierende aus dem Ausland mit Stipendien, Studiengebührenbefreiungen und englischsprachigen Studienangeboten anzuziehen. Die meisten neuen Genehmigungen entfielen auf chinesische Studierende, gefolgt von Menschen aus der Türkei und dem Iran.<BR />Bei der Arbeitsmigration stieg die Zahl der neuen Aufenthaltserlaubnisse um 45,9 Prozent. Sie blieb mit knapp 59.000 jedoch deutlich unter den für 2025 vorgesehenen 165.000 Arbeitsmigrationseintritten. Männer stellten mit 49.114 Genehmigungen 83,2 Prozent der Begünstigten. Auf Frauen entfielen 9.884 Genehmigungen.<BR /><BR />Die wichtigsten Herkunftsländer der ausländischen Arbeitskräfte waren Indien und Marokko. Regional lag die Lombardei mit 98.128 neuen Aufenthaltserlaubnissen beziehungsweise 23 Prozent des Gesamtaufkommens an der Spitze. Es folgten die Emilia-Romagna und Venetien. Gegenläufig entwickelte sich die Zahl der Asylanträge. 2025 wurden in Italien 128.655 Erstanträge gestellt, 14,9 Prozent weniger als im Vorjahr mit 151.120 Anträgen. Die meisten Antragsteller kamen aus Bangladesch, auf dessen Staatsangehörige 27.825 Anträge entfielen. Dahinter folgten Menschen aus Peru, Ägypten und Pakistan. Insgesamt waren 27.220 Antragsteller Frauen - das entsprach 21,2 Prozent aller Antragsteller. Sie kamen vor allem aus Peru, Georgien und Kolumbien.