Dienstag, 11. Dezember 2018

Italien exportiert seinen Müll vor allem nach Österreich

Der größte Teil des aus Italien exportierten Mülls wird in Österreich entsorgt. 27,8 Prozent des gesamten Unrats, den Italien 2017 im Ausland entsorgt hatte, landeten in Österreich. 2016 lag dieser Anteil noch bei 35,1 Prozent, geht aus einem neu veröffentlichten Bericht des Forschungszentrums Ispra hervor. 355.000 Tonnen italienischer Hausmüll wurde 2017 im Ausland entsorgt.

Vor allem Rom kämpft mit dem Müll. - Foto: APA/AFP
Vor allem Rom kämpft mit dem Müll. - Foto: APA/AFP

Weitere 13,1 Prozent des Abfalls, den Italien 2017 ins Ausland gebracht hatte, wurden von Ungarn übernommen, 2016 waren es noch 22,7 Prozent. Wegen chronischer Probleme mit der Müllentsorgung im eigenen Land ist Italien immer noch stark auf Möglichkeiten im Ausland angewiesen. Vor allem die Stadt Rom kämpft gegen Engpässe.

70.000 Tonnen Unrat hat die Stadt Rom im vergangenen Jahr in der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bei Zwentendorf (Niederösterreich) entsorgt. Daraus wurde Strom für 170.000 Haushalte in der Region und Fernwärme für St. Pölten erzeugt. Die Müllausfuhren der Stadt Rom in Richtung Österreich wurden Ende des vergangenen Jahres gestoppt.

Trotz Schwierigkeiten landet in Italien weniger Müll auf Deponien. Der recycelte Anteil des Hausmülls wächst. 47 Prozent des italienischen Mülls wird recycelt, 23 Prozent des Mülls wird auf Deponien entsorgt, das entspricht 6,9 Millionen Tonnen pro Jahr, geht aus der Studie hervor. In zehn Jahren hat sich der Anteil an recycelten Hausmüll von 25,8 Prozent auf 47 fast verdoppelt.

apa

stol