Dienstag, 10. Dezember 2019

Italien exportiert seinen Müll vor allem nach Österreich

Der größte Teil des aus Italien exportierten Mülls wird in Österreich entsorgt. 18,3 Prozent des gesamten Unrats, den Italien 2018 im Ausland entsorgt hat, landeten in Österreich. 2017 lag dieser Anteil noch bei 27,8 Prozent und 2016 bei 35,1 Prozent, geht aus einem neu veröffentlichten Bericht des Forschungszentrums ISPRA hervor.

Italien hinkt in Sachen Müllentsorgung hinterher – im Bild   eine Mülldeponie bei  Neapel.
Italien hinkt in Sachen Müllentsorgung hinterher – im Bild eine Mülldeponie bei Neapel. - Foto: © ANSA

465.000 Tonnen Müll entsorgte Italien 2018 im Ausland, 84.934 Tonnen landeten in Österreich. 2017 waren hierzulande noch 98.747 Tonnen Müll aus Italien entsorgt worden. Wegen chronischer Probleme mit der Müllentsorgung im eigenen Land ist Italien immer noch stark auf das Ausland angewiesen. Vor allem die Stadt Rom kämpft gegen Engpässe.
Derzeit ist der Transport von maximal 7.000 Tonnen Hausmüll aus Süditalien zur Zöchling Abfallverwertung GmbH in St. Pölten im Gange. Dabei handelt es sich um Hausmüll aus einer Aufbereitungsanlage im süditalienischen Battipaglia. Die Lieferungen erfolgen zu mehr als 90 Prozent auf der Schiene.

70.000 Tonnen Abfall hatte die Stadt Rom 2017 in der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bei Zwentendorf (Bezirk Tulln) entsorgt. Daraus wurde Strom für 170.000 Haushalte in der Region und Fernwärme für St. Pölten erzeugt.

Trotz Schwierigkeiten landet in Italien weniger Müll auf Deponien. Der recycelte Anteil des Hausmülls wächst. 58,1 Prozent des italienischen Mülls wird wiederverwertet, das sind 2,6 Prozent mehr als 2017. In zehn Jahren hat sich der Anteil an recyceltem Hausmüll von 35,3 Prozent auf 58,1 Prozent stark gesteigert. In Venetien und Trentino-Südtirol werden mehr als 72 Prozent des Mülls wiederverwertet.

apa

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