Sonntag, 02. August 2020

Italien: Gedenken an große Tragödien des Jahres 1980

Mit einer großen Zeremonie in Bologna gedenkt Italien zweier Tragödien, die das Land vor genau 40 Jahren schwer erschüttert haben: Der mysteriöse Flugzeugabsturz einer DC-9-Maschine im Mittelmeer unweit der Insel Ustica am 27. Juni 1980 und der Bombenanschlag auf den Bahnhof von Bologna am 2. August 1980.

Der Bahnhof von Bologna  nach dem Terroranschlag.
Der Bahnhof von Bologna nach dem Terroranschlag. - Foto: © APA/afp / -
Nachdem Staatschef Sergio Mattarella bereits am Donnerstag Bologna besucht hatte, leitete Senatspräsidentin Maria Elisabetta Alberti Casellati am Sonntag die Gedenkfeier. Eine Demonstration von Familienangehörigen von Opfern des Anschlags am Bahnhof wurde wegen der Coronakrise abgesagt.



Tragisches Versehen?

Am 27. Juni 1980 wurde eine DC-9-Maschine, die von Mailand Richtung Palermo unterwegs war, von einer Rakete im Mittelmeer unweit der Insel Ustica abgeschossen. Das Oberste Gericht in Rom schloss nicht aus, dass die Passagiermaschine versehentlich von einem amerikanischen NATO-Kampfflugzeug abgeschossen worden war.

Die Rakete, die möglicherweise die Maschine der Fluglinie Itavia traf, könnte auf einen libyschen Kampfjet gerichtet gewesen sein und stattdessen das Passagierflugzeug getroffen haben. Die Hintergründe des Falls wurden nie wirklich geklärt.

Italien weint um die Opfer eines grausamen Terroranschlags

85 Tote und mehr als 200 Verletzte sind die Bilanz des Anschlags auf dem Bahnhof von Bologna. Noch unklar ist, wer die wahren Auftraggeber des Anschlags sind. Das Attentat von Bologna ist bis heute der schwerste Terroranschlag in Italien seit dem Zweiten Weltkrieg.



Die beschädigten Gebäudeteile wurden wiederaufgebaut, der Fußboden und ein tiefer Riss in der Wand wurden jedoch als Mahnmal an den Anschlag unverändert beibehalten. Außerdem ist die Bahnhofsuhr seit damals auf 10.25 Uhr gestellt, der genauen Uhrzeit der Explosion.

apa

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