Freitag, 03. Dezember 2021

Italien: Schärfere Strafen bei sexueller Gewalt und Stalking

Der italienische Ministerrat hat ein Gesetz zur Vorbeugung und Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen verabschiedet. Bei einigen Straftaten gegen Frauen, insbesondere bei häuslicher Gewalt, können die Staatsanwälte auch von Amts wegen und ohne Anzeige der Opfer eine Untersuchung einleiten.

Die Zahl der Frauenmorde ist in Italien seit Jänner 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent gestiegen.
Die Zahl der Frauenmorde ist in Italien seit Jänner 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent gestiegen. - Foto: © APA / HANS KLAUS TECHT
Bei Stalking und sexueller Gewalt sollen die Strafen verschärft werden. Strafnachlässe sind nur dann möglich, wenn der Straftäter einen Rehabilitationsprozess abgeschlossen hat. Haftstrafen sind für diejenigen vorgesehen, die die elektronische Fessel manipulieren. Die Justizbehörden sollen künftig verpflichtet sein, das Opfer zu informieren, wenn der Angreifer aus dem Gefängnis entlassen wird.

Die Strafen für Straftatbestände wie Körperverletzung, Bedrohung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung werden erhöht, wenn die Tat im Rahmen häuslicher Gewalt von einer bereits verwarnten Person begangen wird. Überwachungsmaßnahmen sollen zum Schutz der Opfer häuslicher Gewalt ergriffen werden.

Die Zahl der Frauenmorde ist in Italien seit Jänner 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent gestiegen. Dies besagt ein vom Innenministerium veröffentlichter Polizeibericht. Von den insgesamt 263 Morden, die zwischen dem 1. Jänner und dem 21. November in Italien verübt wurden, betrafen 109 Frauen. Davon wurden 93 dieser Verbrechen „in einem familiären oder beziehungsbezogenen Kontext“ begangen. 63 Frauen wurden von Partnern oder Ex-Partnern getötet.


Die Mehrheit der Frauen, die Opfer von Stalking, Vergewaltigung und geschlechtsspezifischer Gewalt wurden, sind durchschnittlich zwischen 31 und 44 Jahre alt (36 Prozent im Jahr 2020 und 34 Prozent 2021), gefolgt von Frauen zwischen 18 und 30 Jahren (22 Prozent in beiden Jahren).

Das Gesetz muss noch vom Parlament verabschiedet werden.

sor

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