Mittwoch, 14. Oktober 2020

Italien in Sorge: Über 7300 Neuinfektionen

Die italienischen Gesundheitsbehörden beobachten mit Sorge die zunehmende Zahl von Corona-Infektionsfällen.

Die Zahlen steigen massiv an.
Die Zahlen steigen massiv an. - Foto: © ANSA / emanuele Valeri
7332 Infektionsfälle wurden am Mittwoch gemeldet. Das ist der höchste offiziell gemessene Tagesanstieg seit Beginn der Pandemie. Allerdings werden inzwischen viel mehr Tests als am Anfang gemacht, so dass viele Experten von einem direkten Vergleich der Werte abraten. Diesmal wurde eine Rekordzahl von 150.000 Abstrichen untersucht.

43 Menschen starben innerhalb von 24 Stunden mit Corona. Die Zahl der Toten in Italien seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 36.289.

Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle kletterte auf 92.445, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten stieg auf 5470, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Unter Quarantäne befinden sich 86.436 Personen. Auf Intensivstationen lagen 539 Patienten, 25 mehr als am Vortag. Ein starker Anstieg wurde in der Lombardei gemeldet. Hier wurden am Mittwoch 1844 neue Infektionsfälle registriert.

Drastische Maßnahmen gefordert

Angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionen in Italien rufen einige Virologen zu drastischen Maßnahmen auf. So sprach sich der angesehene Experte der Universität von Padua, Andrea Crisanti, für einen Lockdown zu Weihnachten aus. „Damit könnten wir die Verbreitung des Virus aktiver bekämpfen“, sagte Crisanti.

„Wir müssen verhindern, dass es täglich von den heutigen 5000 Neuansteckungen pro Tag auf 10.000 bzw. 12.000 Fälle kommt“, warnte Crisanti. Wichtig sei, den Kontakt unter den Menschen zu reduzieren. Dabei solle man vor allem auf die öffentlichen Transportmittel achten, in denen es schwierig sei, Distanz einzuhalten.

apa/dpa/stol

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