Samstag, 26. September 2015

Italien investiert mehr in Kultur

Die italienische Regierung will einen Sonderplan für Kulturgüter verabschieden, der die Anstellung von 1.300 neuen Mitarbeitern vorsieht.

Das Kolosseum blieb kürzlich wegen einer Versammlung geschlossen. Das soll nicht wieder vorkommen.
Das Kolosseum blieb kürzlich wegen einer Versammlung geschlossen. Das soll nicht wieder vorkommen. - Foto: © APA/EPA

Damit sollen seit Jahren bestehende Personalmängel behoben werden. Darüber sprach Kulturminister Dario Franceschini am Freitag mit den Gewerkschaften, die das Projekt begrüßen.

Nachdem die Regierung in den vergangenen Krisenjahren stark den Rotstift angesetzt hatte, will Premier Matteo Renzi jetzt wieder verstärkt investieren. „Kultur ist Italiens Erdöl“, pflegt Renzi zu sagen. Die Regierung hat in der Vorwoche ein Dekret erlassen, das Museen und Ausgrabungsstätten beim Streikrecht den „essenziellen“ Einrichtungen Italiens gleichstellt.

Die Gewerkschaften können ihre Versammlungen abhalten, müssen dabei aber den Basisbetrieb garantieren, genauso wie in Krankenhäusern, Schulen, bei der Polizei oder beim staatlichen Fernsehen.

Außerdem müssen Streiks zwei Wochen im Voraus angemeldet und von der Regulierungsbehörde genehmigt werden. Renzi will somit Vorfälle wie jenen verhindern, der sich vor einer Woche abgespielt hatte: Drei Stunden lang blieb das Kolosseum in Rom wegen einer Versammlung des Personals geschlossen.

Tausende Touristen standen vor verschlossenen Gittern. Renzi reagierte verärgert und erließ das Dekret, mit dem die Streikmöglichkeiten eingeschränkt wurden.

apa/dpa

stol