Freitag, 07. Januar 2022

Italien: Inzidenz verdoppelt – Krankenhäuser unter Druck

Die Coronazahlen in Italien schnellen weiter in die Höhe. Am 6. Jänner lag die 7-Tages-Inzidenz bei 1669 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Vor einer Woche hatte sie noch bei 783 gelegen. „Die Krankenhäuser geraten zunehmend unter Druck“, erklärt Unterstaatssekretär Pierpaolo Sileri.

Omikron scheint weniger aggressiv als Delta. Dennoch steigt die Zahl der Covid-Patienten in den italienischen Krankenhäusern.
Omikron scheint weniger aggressiv als Delta. Dennoch steigt die Zahl der Covid-Patienten in den italienischen Krankenhäusern. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI / Z4Z
Neben der 7-Tages-Inzidenz steigt in Italien auch der Rt-Wert weiter nach oben: von 1,18 in der Vorwoche auf 1,43. Dies geht aus dem wöchentlichen Monitoring des italienischen Gesundheitsministeriums und der obersten Gesundheitsbehörde Iss hervor.

Steigend sind in Italien auch die Zahlen der Krankenhauspatienten. Die Belegung der Intensivbetten beträgt inzwischen 15,4 Prozent (2,5 Prozent mehr als noch vor einer Woche). Auch auf den Normalstationen nimmt die Belegung zu: Waren diese in der Vorwoche zu 17,1 Prozent ausgelastet, liegt die Auslastung in der vergangenen Woche bei 21,6 Prozent.

„Wir haben einen exponentiellen Anstieg der Neuinfektionen. Aktuell liegen wir bei etwa 200.000 pro Tag und es werden voraussichtlich noch mehr werden. Dies führt auch dazu, dass immer mehr Menschen – wenn auch mit milden Symptomen – medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Obwohl wir das Gesundheitssystem in den vergangenen Wochen auf diese enorme Herausforderung vorbereitet haben, wird aktuell vieles was nicht Covid-19 betrifft, verschoben und hinausgezögert“, erklärt Unterstaatssekretär Pierpaolo Sileri in einem Interview mit „Radio Cusano Campus“.

Anstieg bei Krankenhauspatienten erwartet

Es sei abzusehen, dass diese Welle bei den Neuinfektionen alle vorangegangenen bei weitem übertreffen werde, aber im Verhältnis zu den Infektionsfällen würde der Druck auf die Krankenhäuser nicht so stark sein, wie durch die Delta-Welle. „Diese Variante scheint weniger aggressiv zu sein. Außerdem trifft es auf eine Bevölkerung, die zum größten Teil geimpft ist. Diese beiden Umstände nehmen Druck vom Gesundheitssystem“, so Sileri.

Trotzdem unterstreich der Unterstaatssekretär, dass in den kommenden Wochen ein deutlicher Anstieg bei den Hospitalisierungen zu erwarten sei. Das Gesundheitssystem müsse auf diese Herausforderung vorbereitet sein: „Wir müssen auch den Normalbetrieb weiterlaufen lassen. Große Probleme bereiten aktuell die viele positiven Arbeitskräfte im Gesundheitswesen, die sich in Quarantäne befinden und damit am Arbeitsplatz fehlen.“

pho

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