<h3> Die Geschichte des Goldbergbaus in Italien</h3>Über die Ursprünge der Goldminen auf italienischem Boden ist nur wenig bekannt. Sicher ist jedoch, dass bereits zur Zeit des Römischen Reichs Gold aus Flüssen und Terrassen gewonnen wurde. Der erste offizielle Nachweis des Goldbergbaus stammt vom 16. August 1291: Im Friedens- und Einigungsvertrag von Saas Almagell, geschlossen zwischen den Grafen von Biandrate und den Bewohnern der Täler Saas und Anzasca, wird ausdrücklich festgehalten, dass auch die sogenannten homines argentarii – die „Silbermänner“ oder Bergleute, die mit Quecksilber Gold aus Erzen lösten – an dieses Abkommen gebunden seien.<BR /><BR />In den folgenden Jahrhunderten nahm der Goldabbau in Italien allmählich zu, wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert, mit dem Zufluss ausländischen Kapitals, zu einer wirklich industriellen Tätigkeit.<h3> Piemont hatte die meisten Goldminen</h3>Die Region mit den meisten Goldminen ist Piemont. Hier befinden sich 44 der 51 bekannten Förderstätten. Besonders bedeutend ist das Bergwerksgebiet von Pestarena im Anzascatal, am Fuße des Monte Rosa – das größte und wichtigste Goldbergwerk Italiens. Genau dieses Bergwerk wird bereits im Vertrag von 1291 erwähnt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1229559_image" /></div> <BR /><BR />Das Bergwerksareal von Pestarena erstreckt sich über mehrere goldführende Adern in metamorphen Gesteinen und umfasst mehr als zehn eng beieinanderliegende Abbaustätten. Die höchste Jahresproduktion wurde 1942 erreicht: 403 Kilogramm Gold, gewonnen von rund 800 Arbeitern. Doch 1961 wurde der Betrieb nach einem tragischen Unglück, bei dem vier Bergleute ums Leben kamen, endgültig eingestellt.<h3> Die Goldmine von Furtei – ein Sonderfall im Süden</h3>Während die meisten italienischen Goldvorkommen im Norden liegen, gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme: die Mine von Furtei in Sardinien. Sie ist das einzige italienische Goldvorkommen außerhalb der Alpenregion – und war zugleich die letzte aktive Goldmine des Landes, die 2009 stillgelegt wurde.<BR /><BR />Das Vorkommen wurde zwischen 1988 und 1991 entdeckt. Der Abbau erfolgte hauptsächlich im Tagebau, durch das schrittweise Abtragen des Materials und das Vertiefen der Grube, anstatt durch unterirdische Schächte. Insgesamt wurden in Furtei rund fünf Tonnen Gold gefördert.<BR /><BR />Diese Daten stammen aus dem GeMMA-Datenbankarchiv der Umweltbehörde ISPRA.<h3> Warum Italiens Goldminen aufgegeben wurden</h3>Wenn italienische Goldminen einst mehrere Hundert Kilogramm Gold pro Jahr lieferten – warum sind sie heute alle verlassen? Die Ursachen sind vielfältig. An erster Stelle steht der geringe Ertrag: Im Gestein des Monte Rosa liegt der Goldgehalt pro Tonne Gestein oft so niedrig, dass sich die Förder-, Transport- und Verarbeitungskosten wirtschaftlich nicht mehr lohnen.<BR /><BR />Zudem liegen viele Minen in großer Höhe, teils über 2000 Metern, in schwer zugänglichen Gebirgsregionen. Der Bau von Straßen, der Materialtransport und die Sicherheitsmaßnahmen sind dort mit enormen Kosten verbunden.<BR /><BR />Auch Umweltaspekte spielten eine entscheidende Rolle: Für die Goldgewinnung werden chemische Substanzen wie Zyanid und Arsen eingesetzt – Stoffe, die für Mensch und Natur gefährlich sind. In Furtei etwa hinterließ die unzureichend gesicherte Stilllegung toxische Rückstände, die bis heute Probleme verursachen. Um solche Fälle künftig zu verhindern, wurden die Umweltschutzvorschriften verschärft, die Kontrollen strenger und die Genehmigungsverfahren deutlich länger.<BR /><BR />Schließlich steht Italien im internationalen Wettbewerb auch wirtschaftlich im Nachteil: Andere Länder verfügen über reichere Goldvorkommen, niedrigere Arbeitskosten und weniger restriktive Umweltgesetze – und können daher Gold zu wesentlich geringeren Preisen produzieren.