Sonntag, 25. April 2021

Italien lockert Regeln, Massenandrang in Stadtzentren

Während in den meisten italienischen Regionen die Anti-Covid-Vorlagen gelockert werden, reagieren die Gesundheitsbehörden besorgt auf den Massenandrang von Menschen in den Einkaufsstraßen der Stadtzentren des Landes.

In vielen italienischen Großstädten (im Bild: Neapel) am Samstagnachmittag zu großen Menschenansammlungen.
In vielen italienischen Großstädten (im Bild: Neapel) am Samstagnachmittag zu großen Menschenansammlungen. - Foto: © ANSA / CIRO FUSCO
In mehreren Großstädten, darunter Mailand, Rom und Turin, drängten sich am Wochenende bei sommerhaftem Wetter Menschenmengen in den Shoppingmeilen der Städte. Im beliebten Mailänder Lokalviertel Navigli versammelten sich vor allem Jugendliche.

In Rom musste am Samstagnachmittag die Einkaufsstraße Via del Corso wegen des starken Menschenandrangs geschlossen werden. Staus bildeten sich auf der Straße nach Ostia, dem Strand der Römer, 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Auch aus dem Universitätsviertel in Bologna und in Neapel wurden Menschenansammlungen gemeldet, vor denen die Gesundheitsbehörden voller Sorge warnten.

Lockerungen ab Montag

Italien unternimmt ab morgen (Montag) erste Schritte in Richtung eines Neustarts der Gastronomie, des Sports und der Kultur. Mit der neuen, am Mittwochabend verabschiedeten, Corona-Verordnung führt Rom nach wochenlanger Pause wieder Weiße und Gelbe Zonen für Regionen mit niedrigen oder moderaten Corona-Werten ein.

In den Gelben Zonen dürfen Restaurants und Bars ab Montag wieder mittags und abends im Außenbereich Gäste an Tischen bedienen. Auch Museen sind wieder zugänglich und die Menschen erhalten mehr Reisefreiheit. Das gilt auch für die Lombardei, die von der Epidemie am stärksten betroffene Region.

Alle Lockerungen, die ab Montag in Südtirol in Kraft treten, finden Sie hier.

Experten warnen vor zu großem Optimismus

„Gelbe Zone bedeutet nicht, dass die Gefahr vorbei ist. Wir müssen weiterhin umsichtig sein, wollen wir keine Schritte zurück machen“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza. Virologen warnten vor zu großem Optimismus, denn die Epidemie sei nicht zu Ende. Zwar habe das Ampelsystem die Infektionen eingegrenzt, das Coronavirus sei aber noch nicht besiegt. Aufgrund der Corona-Lage in Indien, hat Italien am Sonntag Einreisen aus dem asiatischen Land stark eingeschränkt.

Die Verlängerung der nächtlichen Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr bis zum 31. Juli sorgt für Proteste in der Gastronomie und im Tourismus. Kritisiert wird auch der Regierungsbeschluss, trotz sinkender Infektionszahlen und voranschreitender Impfkampagne die Einkaufszentren am Wochenende weiter geschlossen zu halten.

In der Nacht auf Sonntag hat der italienische Ministerratden „Recovery Plan“ für Italien verabschiedet.

apa/stol

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