Montag, 18. Mai 2020

Italien öffnet – ohne Kampanien und Piemont

Italien feiert am heutigen Montag den Neustart von Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus. Restaurants, Bars und Friseursalons können wieder öffnen – 2 Wochen früher als ursprünglich geplant. Nur Kampanien und Piemont machen vorerst nicht mit.

Ein Kaffee vor dem Mailänder Dom ist seit heute wieder möglich – wenn auch unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen.
Ein Kaffee vor dem Mailänder Dom ist seit heute wieder möglich – wenn auch unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI
Die Italiener dürfen auch wieder Freunde und Gottesdienste besuchen.
Versammlungen größerer Gruppen bleiben vorerst verboten. Italien versucht den über zweimonatigen Lockdown mit einem Neustart zu vergessen, der jedoch nicht in allen Regionen gleich ist.

„Sicherheitsbedingungen in Kampanien nicht vorhanden“

Der Präsident Kampaniens, Vincenzo De Luca, weigerte sich am Sonntag, das Abkommen mit der Regierung für den Neustart zu unterzeichnen.
„Die Regierung darf nicht auf die Regionen die ganze Verantwortung für die Sicherheit abladen“, protestierte De Luca. In Kampanien seien weniger Abstriche als in allen anderen Regionen durchgeführt worden, daher seien die Sicherheitsbedingungen für den Neustart des Kleinhandels und der Gastronomie nicht vorhanden.

Geschäfte und Restaurants werden vorerst geschlossen bleiben, sagte De Luca.

Ligurien protestiert gegen zu strenge Auflagen am Strand

Der Präsident Liguriens, Giovanni Toti, protestierte gegen zu strenge Sicherheitsvorkehrungen in Badeanstalten und Lokalen. „Wenn in den Fabriken ein Meter Abstand zwischen Arbeitnehmern genügt, soll diese Maßnahme auch in Bars sowie auf den Stränden gelten“, sagte Toti.

Die Strände Liguriens seien wesentlich enger als jene der Adria, daher sei es unmöglich, die von der Regierung vorgeschriebenen Abstände von 10 Quadratmetern zwischen Sonnenschirmen einzuhalten.

Piemont öffnet am 23. Mai

Im Piemont ist der Neustart von Bars und Restaurants auf den 23. Mai verschoben worden. Märkte werden erst ab Mittwoch wieder öffnen.

Damit soll ihnen mehr Zeit gegeben werden, sich an die Sicherheitsprotokolle anzupassen, sagte Alberto Cirio, der Präsident des Piemont.

Ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen Menschen muss in Italien auch nach dem Neustart am Montag weiter eingehalten werden.

Die Italiener dürfen sich nunmehr innerhalb ihrer Heimatregion ohne Beschränkungen bewegen, jedoch noch nicht landesweit reisen.

Ebenfalls öffnen dürfen Museen und Bibliotheken, auch wenn viele der Kulturinstitute noch abwarten.

„Wir müssen die Wirtschaft unseres Landes wieder auf die Beine bringen“, sagte der italienische Premier Giuseppe Conte.

68 Prozent der Kleinbetriebe in Italien öffnen wieder

Erwartet wird, dass am heutigen Montag 800.000 Kleinunternehmen, Shops, Restaurants und Bars italienweit öffnen. Dies entspricht 68 Prozent der 1,2 Millionen Kleinbetriebe im Land.

Mindestens 80.000 davon werden jedoch geschlossen halten, weil die Inhaber die Sicherheitsvorkehrungen als antiökonomisch und den Neustart als nicht rentabel betrachten.

Der Gastronomieverband FIPE sieht unterdessen schwarz. Der Verband rechnet mit einem 55-prozentigen Umsatzrückgang der Gastronomie bis Ende 2020.

377.000 Jobs seien gefährdet.

Neben Italien gibt es am heutigen Montag auch Lockerungen in Belgien, Spanien, Portugal und Griechenland.

apa

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