Sonntag, 24. Januar 2021

Italien plant rechtliche Schritte wegen Lieferverzögerungen

Die italienische Regierung plant rechtliche Schritte wegen der verzögerten Auslieferung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech sowie AstraZeneca. Dies kündigte Außenminister Luigi Di Maio im Interview mit dem Sender RAI 3 am Sonntag an.

Verzögerungen bei der Lieferung von Impf-Dosen könnten zu rechtlichen Konsequenzen führen.
Verzögerungen bei der Lieferung von Impf-Dosen könnten zu rechtlichen Konsequenzen führen. - Foto: © dpa-tmn / Marijan Murat
Die Regierung werde außerdem Druck auf die EU-Kommission ausüben, damit diese ähnliche Initiativen ergreife, sagte Di Maio. Er kündigte den Einsatz aller juristischer Mittel an, um sicherzustellen, dass die Verträge erfüllt werden.

Ziel sei es, dass die Pharmakonzerne Italien so rasch wie möglich die vereinbarten Impfdosen liefern. Die Regierung in Rom sei nicht an Entschädigungen interessiert, erklärte Di Maio, der sich Sorgen um die seit einem Monat laufende Impfkampagne in Italien macht.

Italien wird die Impfung von Senioren im Alter von über 80 Jahren erst in 4 Wochen beginnen können, hatte Vizegesundheitsminister Pier Paolo Sileri zuvor am Sonntag im Interview mit RAI 1 mitgeteilt. Bei der Impfung des Rests der Bevölkerung wird es demnach zu Verzögerungen von bis zu 2 Monaten kommen.

Italien will der zweiten Impfung jener Personen Priorität geben, denen bereits eine erste Dosis injiziert wurde. Seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember wurden circa 1,35 Millionen Italiener geimpft, Vorrang haben das Gesundheitspersonal sowie in Seniorenheimen lebende Menschen. Italien ist derzeit das EU-Land mit der höchsten Zahl geimpfter Personen.

apa