Freitag, 31. Januar 2020

Italien ruft wegen Coronavirus Notstand aus

Italien hat nach zwei bestätigten Coronavirus-Fällen im eigenen Land den Notstand ausgerufen. Dieser solle sechs Monate gelten, teilte die Regierung in Rom nach einer Entscheidung des Ministerrats am Freitag mit.

In Rom ging derweil die Angst vor Ansteckungen um. An einer Bar in der Nähe des Trevi-Brunnens hing ein Schild, das Chinesen aufforderte draußen zu bleiben.
In Rom ging derweil die Angst vor Ansteckungen um. An einer Bar in der Nähe des Trevi-Brunnens hing ein Schild, das Chinesen aufforderte draußen zu bleiben. - Foto: © ANSA / Z85

Bei zwei Touristen aus China war am Vortag das Coronavirus festgestellt worden. Sie waren in einem Hotel im Zentrum von Rom untergebracht, unweit des Kolosseums und der Kaiserforen. Das Paar, das aus Wuhan kommen soll, ist nun auf einer Isolierstation in der italienischen Hauptstadt. Zudem wurden in dem Krankenhaus andere Teilnehmer der Reisegruppe und Hotelmitarbeiter untersucht.

Der Notstand wird in Italien oft nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen, um eine besondere Koordinierung der Einsatzkräfte zu gewährleisten und Bürokratie zu vermeiden. Er kann auch bei schwerwiegenden Ereignissen im Ausland erklärt werden, an denen der italienische Zivilschutz direkt beteiligt ist.

Italien hat nach eigenen Angaben als erstes Land der EU alle Flüge von und nach China gestoppt. Was mit den zahlreichen chinesischen Touristen in Italien geschehen soll und wie sie nach Hause reisen sollen, war unklar.

In Rom ging derweil die Angst vor Ansteckungen um. An einer Bar in der Nähe des Trevi-Brunnens hing ein Schild, das Chinesen aufforderte, draußen zu bleiben.

Die 3 Verdachtsfälle in Südtirol haben sich indes, wie berichtet, als unbegründet herausgestellt.






dpa/stol