<BR />Emanuele Filiberto Umberto Reza Ciro René Maria di Savoia wurde 1972 in Genf geboren, fernab von Italien, das seine Familie mit dem Ende der Monarchie 1946 verlassen hatte. Als einziger Sohn von Vittorio Emanuele – dem letzten Kronprinzen Italiens – und der Schweizer Wasserskifahrerin Marina Ricolfi Doria wuchs er im Exil auf. <h3> Seti 2002 kein Einreiseverbot mehr für männliche Nachkommen </h3> Erst 2002 hob eine Verfassungsänderung das Einreiseverbot für männliche Savoia-Nachkommen auf, unter der Bedingung, auf Thronansprüche zu verzichten. Emanuele Filiberto kehrte zurück, heiratete 2003 die französische Schauspielerin Clotilde Courau und wurde zu einer prominenten Figur in Italiens Medienlandschaft: Er nahm am TV-Tanzwettbewerb „Ballando con le Stelle“ teil, moderiert Shows und engagiert sich in Hilfsprojekten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1226841_image" /></div> <BR /><BR />Der Tod seines Vaters am 3. Februar 2024 in Genf markierte einen Wendepunkt. Vittorio Emanuele, der selbst nie König wurde, hinterließ nicht nur ein Vermächtnis aus Skandalen – darunter Vorwürfe der Korruption und ein mysteriöser Todesfall 1978 auf Korsika –, sondern auch den Streit um die Führung des Hauses Savoia. Emanuele Filiberto beansprucht den Titel als legitimer Erbe, während sein Cousin Aimone di Savoia-Aosta das Gegenteil behauptet. „Ich bin der Kopf der Real Casa di Savoia“, erklärte Emanuele Filiberto kürzlich in einem Interview mit dem „Corriere della Sera“, und betonte seinen Wunsch, die Traditionen zu bewahren. <BR /><BR /><BR /><BR />Chambéry, heute Präfektur der französischen Region Savoie, war einst die Residenz der Herzöge von Savoia. Hier regierten Vorfahren wie Emanuele Filiberto I. (1528–1580), der die Hauptstadt 1563 nach Turin verlegte und die heute als Turiner Grabtuch bekannte Reliquie nach Piemont brachte. <BR /><h3> „Ein Traum, hier zu stehen, wo alles begann“ </h3> Der Besuch von Emanuele Filiberto – begleitet von seiner Familie, darunter den Töchtern Vittoria (21) und Luisa (19) – war eine Hommage an diese Geschichte. Unter dem Motto „Ritorno alle Origini“ (Rückkehr zu den Ursprüngen) besuchte er das Schloss des Ducs de Savoie, traf Politiker und hielt eine Rede vor rund 500 Gästen, darunter savoyische Separatisten und italienische Monarchisten.<BR /><BR />„Es ist ein Traum, hier als Duca di Savoia zu stehen, wo alles begann“, soll er Indiskretionen zufolge gesagt haben. Doch der Fokus lag auf der Trauer: Emanuele Filiberto gedachte seines Vaters, dessen Asche erst im Juli 2024 nach monatelangen bürokratischen Hürden in der Wallfahrtskirche Superga bei Turin beigesetzt wurde. <BR /><BR /><BR /> „Papa fühlte sich piemontesisch, savoyisch – hier in Chambéry spüre ich seine Präsenz“, betonte Emanuele Filiberto. Der Höhepunkt – und der Skandal – kam in der Rede am Abend: Emanuele Filiberto kritisierte scharf die italienische Republik und forderte eine „historische Versöhnung“. <h3> „Exil war Ungerechtigkeit, die bis heute andauert“ </h3> „Italien schuldet den Savoia Gerechtigkeit: Die Exiljahre waren eine Ungerechtigkeit, die bis heute andauert. Die Republik hat unsere Vorfahren verbannt, unsere Juwelen konfisziert und unsere Geschichte ignoriert“, erklärte er vor den Anwesenden. Er wiederholte Forderungen nach der Rückgabe der Kronjuwelen, die seit 1946 in der Banca d'Italia lagern, und nach der Umbettung der Gebeine seines Großvaters Umberto II. und der Großmutter Maria José aus dem Exil in Frankreich ins Pantheon in Rom. <BR /><BR /><BR /><BR /> „Ein Akt der Menschlichkeit, des Respekts und des historischen Friedens – Italien muss das tun!“, rief er.Diese Worte lösten sofort Empörung aus. In Italien meldeten sich Vertreter der Linken und Republikaner u Wort: „Ein Savoia als König? In einer Republik? Das ist Monarchismus pur!“ Selbst der Präsident des Senats, Ignazio La Russa, dem selbst monarchistische Sympathien nachgesagt werden, distanzierte sich von den Aussagen Emanuele Filibertos: „Solche Forderungen sind nicht zeitgemäß.“ <BR /><BR /><BR /><BR /> In Chambéry selbst gab es Proteste von italienischen Auswanderern, die „Bella Ciao“ anstimmten – ein Symbol des antifaschistischen Widerstands.Emanuele Filiberto konterte auf den sozialen Netzwerken: „Ich will keine Krone, sondern Anerkennung für eine Dynastie, die Italien vereinte.“