<BR />„Wir werden da auf jeden Fall mitziehen“, bestätigt Landeshauptmann Arno Kompatscher auf Anfrage der „Dolomiten“. In Kürze wird er bei Finanzminister Giancarlo Giorgetti vorstellig werden, um die nötigen Details zu klären. <BR /><BR /> Wie berichtet, hat die Regierung Meloni beschlossen, eine der – wie es die Premierministerin selbst nennt – „meistgehassten Steuern“ im Jahr 2027 außer Kraft zu setzen. Zumindest für einen Teil der Fahrzeuge. Unter diese Kategorie fallen Autos mit einer Leistung von weniger als 80 Kilowatt sowie alle Motorräder. Einer Schätzung der Abteilung Mobilität des Landes zufolge dürften in Südtirol mehr als 170.000 Fahrzeuge diese Anforderungen erfüllen. <BR /><BR />Für das Land bedeutet die neue Regelung also, auf eine hohe Summe an Steuereinnahmen zu verzichten. Auf eine Anfrage der Süd-Tiroler Freiheit im April dieses Jahres hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher mitgeteilt, dass das Land allein im Vorjahr rund 70 Millionen Euro an Kfz-Steuern über Pkw eingenommen hat – weitere 7,9 Millionen Euro über andere Fahrzeuge. Ein beachtlicher Teil davon würde durch den jetzt von Rom beschlossenen Verzicht der Kfz-Steuer wegfallen. Der Grund dafür: Die hierzulande eingehobene Kfz-Steuer fließt nämlich zur Gänze in den Landeshaushalt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1360812_image" /></div> <BR /><BR />Das Land kann nun selbst entscheiden, ob es dem römischen Vorbild folgen will oder nicht. Für Landeshauptmann Kompatscher steht bereits fest: „Die Steuererleichterungen für Autos und Motorräder werden auch in Südtirol greifen.“ Wie er auf Anfrage der „Dolomiten“ sagt, habe die italienische Regierung Südtirol im Dekret zur Kfz-Steuer bereits miteinbezogen (siehe Interview) unten. <BR /><BR />„Ich habe mich schon mit Amtskollegen anderer autonomer Regionen in Verbindung gesetzt und werde in Kürze auch Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti treffen“, so Kompatscher. Sobald eine entsprechende Vereinbarung zwischen Land und Staat vorliegt, kann Südtirol mit finanziellen Mitteln aus Rom rechnen, um die Mindereinnahmen durch die Steuererleichterungen zu decken.<BR /><BR />Nachgerechnet hat der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber. „Die römische Regierung rechnet damit, dass auf Staatsebene 70 Prozent der Fahrzeuge eine Leistung unter 80 Kilowatt haben und als Erstauto von der Steuer befreit wären“, sagt er. „Würde der Prozentsatz bei uns ähnlich hoch ausfallen, wären das rund 50 Mio. Euro, die dem Landeshaushalt fehlen würden. Doch der Anteil wird wohl deutlich geringer ausfallen, da wir in Südtirol überdurchschnittlich viele Leasingfirmen und Zweitautos haben.“ <BR /><BR />Anstelle einer Steuerbefreiung schlägt er erneut die Einführung von Gratis-Öffis vor: „Sehr viele sind auf ihr Auto angewiesen und jede Erleichterung ist willkommen. Doch setzen wir Meloni eins drauf und geben endlich zeitgemäße Antworten auf die hohen Spritpreise. Dazu zählt ein kostenloses Angebot von Bus und Bahn für alle Ansässigen.“ <h3> „Teil des Fördertopfs für Südtirol bestimmt“</h3><b>Herr Landeshauptmann, die Kfz-Steuer wird in Südtirol per Landesgesetz geregelt ... Fällt das Land dennoch unter die neue Regelung der Regierung Meloni? <BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Arno Kompatscher: Wir werden die Maßnahmen auch hierzulande umsetzen. Die Regierung hat Südtirol und seine Autonomie im Dekret zur Kfz-Steuer mitgedacht. Demnach springt ein Teil des staatlichen Fördertopfs auch für uns heraus.<BR /><BR /><b>Wie hoch wird diese Summe sein?<BR /></b>Kompatscher: Ersten Schätzungen zufolge gehen wir von 20 bis 30 Millionen Euro aus, die das Land erhalten wird. <BR /><BR /><b>Wie sieht die neue Regel in der Praxis aus?<BR /></b>Kompatscher: Dazu sind noch viele Fragen offen. Etwa, ob ein Fahrzeug pro Person oder Familie zählt. Ich werde mich in Kürze mit dem Wirtschaftsminister treffen, um ausstehende Details zu klären.