Montag, 04. Mai 2020

Italien: Statistikamt vergleicht Todeszahlen – teils +500 Prozent

Das nationale Statistikamt ISAT hat in Zusammenarbeit mit dem Istituto Superiore di Sanità (ISS) die Todeszahlen in Italien vom März 2020 mit jenen des Monats März in den Jahren 2015-2019 verglichen.

Eine Trauerfeier Ende April am Friedhof von Locate Bergamasco.
Eine Trauerfeier Ende April am Friedhof von Locate Bergamasco. - Foto: © ANSA / Matteo Corner
Laut den offiziellen Zahlen sind in Italien vom 20. Februar (erster bestätigter Covid-19-Todesfall) bis zum 31. März 13.710 Personen mit bzw. an Covid-19 gestorben. Die Statistiker haben hierfür die Daten aus 6866 Gemeinden ausgewertet, das entspricht 87 Prozent aller Gemeinden in Italien.

Insgesamt wurden vom 20. Februar bis 31. März 90.946 Todesfälle registriert, im selben Zeitraum der Jahre 2015-2019 wurden durchschnittlich 65.592 Todesfälle gezählt. Der Zuwachs von 25.354 Todesfällen geht laut den Statistikern zu 54 Prozent (13.710) eindeutig auf das Konto des Coronavirus, bei den verbleibenden 46 Prozent gibt es 3 Hypothesen: direkter Zusammenhang mit Covid-19 (die Toten wurden nie getestet), indirekter Zusammenhang mit Covid-19 (bei Patienten mit Vorerkrankungen Organversagen durch Virus), indirekter Zusammenhang ohne Covid-19 (z.B. fehlende Behandlung wegen Überlastung des Gesundheitssystems bzw. Angst ins Krankenhaus zu gehen wegen Covid-19).

Wenn man hingegen nur die Todesfälle in den vom Coronavirus besonders hart getroffenen norditalienischen Regionen vergleicht, dann steigt die Zahl von 26.218 auf 49.351 (+23.133). Die offizielle Covid-19-Statistik spricht in diesen Regionen von 12.156 Toten.

Besonders erschreckend ist der Anstieg der Todeszahlen in einigen Städten: Bergamo (+568 Prozent), Cremona (+391 Prozent), Lodi (+371 Prozent), Brescia (+291 Pozent), Piacenza (+264 Prozent), Parma (+208 Prozent), Lecco (+174 Prozent), Lecco (+174 Prozent), Pavia (+133 Prozent), Mantova (+122 Prozent), Pesaro Urbino (+120 Prozent).

In Süditalien (kaum von Coronavirus betroffen) liegen die Todeszahlen im März 2020 um knapp 2 Prozent unter jenen vom Vergleichsmonat im Zeitraum 2015-2019.

Alle Artikel sowie die Übersichtskarten der Lage in Südtirol, in Italien und weltweit mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

ansa/zor

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