Dienstag, 14. April 2015

Italien: Strengere Vergabe von Waffenlizenzen

Nach der Schießerei im Mailänder Justizpalast am Donnerstag, bei dem ein Schütze drei Personen getötet hat, will Italien strenger bei der Vergabe von Waffenlizenzen vorgehen.

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„Die Ereignisse in Mailand rufen uns zu einem stärkeren Einsatz gegen die Verbreitung von Waffen und zum besseren Schutz der Justizpaläste auf“, betonte Italiens Premier Matteo Renzi am Dienstag.

Inzwischen wurden die Sicherheitsvorkehrungen in den italienischen Gerichtssälen verschärft. Vor dem Justizpalast in Neapel bildeten sich wegen der gründlichen Kontrollen Schlangen am Eingang, was Proteste unter den Rechtsanwälten auslöste.

Die Carabinieri in Mailand setzten zusätzliche Sicherheitskräfte vor und im Gerichtsgebäude ein. 

Napolitano bei Beisetzung der Todesopfer

Acht Pistolenschüsse hatte der insolvente Unternehmer Claudio Giardiello am Donnerstag im Mailänder Justizpalast abgefeuert und dabei drei Personen getötet sowie zwei weitere verletzt.

Der Schütze weigerte sich bisher, die Fragen der Untersuchungsrichterin zu beantworten. Er sei nach einem am Samstag erlittenen Schwächeanfall noch verwirrt, berichtete seine Anwältin Nadia Savoca.

Am Mittwoch ist das Staatsbegräbnis für die drei Todesopfer in Mailand vorgesehen. Dabei handelt es sich um einen Insolvenzrichter, einen Rechtsanwalt und einen Angeklagten in einem Prozess, an dem auch der Schütze beteiligt war.

Am Begräbnis wird auch der ehemalige Staatschef Giorgio Napolitano teilnehmen.

apa

stol