Sonntag, 24. Mai 2020

Italien testet ab Montag auf Antikörper – 4700 Stichproben in Südtirol

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. In Südtirol fallen rund 4700 Personen aus 48 Gemeinden in die Stichprobe.

In Südtirol werden ab Montag 4700 Personen kontaktiert, die auf Covid-Antikörper getestet werden sollen.
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In Südtirol werden ab Montag 4700 Personen kontaktiert, die auf Covid-Antikörper getestet werden sollen. - Foto: © shutterstock
Das italienische Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen.

Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.

Die große Antikörper-Untersuchung war im April angekündigt worden.

Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat.

So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Diese wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

Wie berichtet, fallen in Südtirol rund 4700 Personen aus 48 Gemeinden in die Stichprobe.

Auch hier erfolgt die Kontaktaufnahme der ausgesuchten Personen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes ab Montag, 25. Mai.

In Italien waren die ersten Ansteckungsfälle innerhalb des Landes im Februar in der Lombardei aufgefallen. Danach wurde das Land heftig von der Lungenkrankheit erfasst.

Der Zivilschutz registrierte bisher rund 230.000 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sind. Die Zahl der offiziellen Covid-19-Opfer liegt bei rund 33.000. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Dabei gibt es Hinweise, dass das Virus schon Wochen vor dem ersten Nachweis in Italien kursierte. So sagte ein Experte der Gesundheitsbehörden in Ligurien, Filippo Ansaldi, am Wochenende in Genua im Fernsehen, in der Region habe es nach Studien vermutlich schon am 8. Dezember erste Fälle gegeben.

In Frankreich war bereits zuvor in einer Blutprobe von Ende Dezember nachträglich das Coronavirus nachgewiesen worden.

dpa/liz

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