Dienstag, 05. Januar 2021

Italien: Übergangsregelung beschlossen - Südtirol geht eigenen Weg

Der italienische Ministerrat hat bis tief in die Nacht getagt und eine Übergangsregelung für die Zeit bis zum 15. Jänner ausgearbeitet: Die Regionen sollen zwischen gelb und orange wechseln, die Schulen sollen am 11. Jänner wieder öffnen. Südtirol will ab dem 7. Jänner einen eigenen Weg beschreiten: Handel, Gastronomie und Schulen öffnen wieder, die Skigebiete müssen sich noch etwas gedulden.

Der Ministerrat beriet bis tief in die Nacht.
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Der Ministerrat beriet bis tief in die Nacht. - Foto: © ANSA / FABIO FRUSTACI / Z23
Als gelbe Zone sollen die italienischen Regionen an Werktagen gelten, am Wochenende soll dann wieder auf orange umgestellt werden. Das sieht das neue Dekret der Conte-Regierung vor, das am Montag bis spät in die Nacht ausgearbeitet wurde.

Bewegungen zwischen den Regionen sind damit an den Werktagen nur aus Arbeits- oder Gesundheitsgründen erlaubt. Am Wochenende (9. und 10. Jänner) schaltet die Corona-Ampel in Italien auf orange: An diesen Tagen wird die Reisefreiheit auch zwischen den einzelnen Gemeinden eingeschränkt.

Das Conte-Dekret sieht vor, dass die Schulen am 11. Jänner wieder öffnen dürfen, einige Regionen gehen aber einen eigenen Weg: In Venetien, Friaul Julisch Venetien und den Marken gilt bis 31. Jänner weiter der Distanz-Unterricht.

Strengere Richtwerte für Ampelsystem

Die Einstufung der Regionen in gelbe, orange und rote Zonen soll ab dem 11. Jänner anhand der Reproduktionszahl strenger geregelt werden. Dies kündigte Regionenminister Francesco Boccia an.

Liegt der RT-Wert über 1, wird die Region in Zukunft als orange eingestuft. Bereits ab einem RT-Wert von 1,25 schaltet die Corona-Ampel auf rot.

Südtiroler Sonderweg

Die Südtiroler Landesregierung hat sich in einer Sitzung am Montagabend auf einen eigenen Südtiroler Weg ab dem 7. Jänner geeinigt: Die Gastronomie darf öffnen und die Oberschüler kehren mit bis zu 75 Prozent Präsenzunterricht in die Klassen zurück. Die Skigebiete gehen erst am 18. Jänner auf. Skihütten müssen um 16 Uhr schließen. Diese Punkte sollen am heutigen Dienstag in einer neuen Verordnung des Landeshauptmanns festgehalten werden.

Südtirol wird damit ab Donnerstag zur gelben Zone. Man kann sich im ganzen Land frei bewegen. Die Läden gehen alle auf und die Durststrecke der Gastronomie hat ein Ende: Bars sind bis 18 Uhr geöffnet, Restaurants bis 22 Uhr. „Allerdings darf an der Theke nichts ausgegeben und im Restaurant nur auf Vormerkung bewirtet werden“, sagt Landesrat Arnold Schuler.

Die Schulöffnung ab dem 7. Jänner wurde in der Sitzung der Landesregierung bestätigt. „Dies gilt auch für die Oberschüler, die mit einer Regelung von bis zu 75 Prozent Präsenzunterricht in die Klassen zurückkehren“, sagt Landesrat Philipp Achammer. „Wenn man jetzt die Oberschulen nicht öffnet, öffnet man sie nicht mehr. Ein weiterer Aufschub wäre untragbar“, meint Achammer.

Die Skigebiete müssen sich hingegen noch gedulden: Sie sollen erst ab dem 18. Jänner öffnen dürfen. Grund dafür sei die Bewegungseinschränkung zwischen den Regionen in Italien bis zum 15. Jänner.

pho/bv

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