Mittwoch, 04. Mai 2016

Italien und die Flüchtlingskrise

Seit der Schließung der Balkanroute ist Italien in der Flüchtlingskrise wieder in den Fokus gerückt. Eine Übersicht:

Flüchtlinge am Brenner
Flüchtlinge am Brenner

- Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind im Jahr 2016 bis Anfang Mai mehr als 28 500 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien gekommen, etwas mehr als in den ersten vier Monaten des Vorjahres, damals waren es gut 26 000 Menschen

- Die Route von Nordafrika über das zentrale Mittelmeer nach Italien bleibt die mit Abstand gefährlichste. Immer wieder gibt es Berichte über zahlreiche Opfer nach Schiffsunglücken. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen im Jahr 2016 bereits fast 1000 Schutzsuchende auf dieser Route ums Leben.

Italien fühlt sich allein gelassen 

- Italien fühlte sich mit den Flüchtlingen lange von der EU allein gelassen. Nachbarländer wie Österreich werfen Rom vor, die Menschen ohne Kontrolle in Richtung Norden weiterreisen zu lassen und bereiten deshalb Grenzkontrollen vor. Italien weist dies zurück. Nach Angaben der Regierung in Rom reisen kaum mehr Flüchtlinge aus Italien in Richtung Norden weiter als vor der Schließung der Balkanroute.

- Nach Angaben der italienischen Regierung gibt es noch keine Anzeichen dafür, dass wieder mehr Flüchtlinge nach Italien kommen. Dennoch sollen ankommende Menschen bei den inzwischen eingerichteten Hotspots registriert und weiter verteilt werden. Die Regionen wurden zudem aufgefordert, mehr Unterbringungsmöglichkeiten bereitzustellen.

dpa

stol