Dienstag, 07. April 2020

Italien und Malta verweigern Aufnahme von 150 Flüchtlingen

Italien und Malta weigern sich, 150 Asylsuchende des Schiffes „Alan Kurdi“ aufzunehmen, die die deutsche Hilfsorganisation Sea Eye in den vergangenen Tagen bei 2 Einsätzen gerettet hat. Als Begründung gaben die beiden Länder den Corona-Notstand im eigenen Land an, wie Sea Eye am Dienstag erklärte.

Seenot-Retter haben im Mittelmeer 150 Migranten aufgegriffen.
Seenot-Retter haben im Mittelmeer 150 Migranten aufgegriffen. - Foto: © APA/afp / CEDRIC FETTOUCHE
„Italienische und maltesische Ministerien haben mittels einer Verbalnote betont, dass man einer Ausschiffung von geretteten Personen auch dann nicht zustimmen werde, wenn die Verteilung der Geretteten im Vorhinein geregelt werde“, berichtete Sea Eye in einer Aussendung. Italien habe die NGO aufgerufen, angesichts der aktuellen schwierigen Lage keine Migranten an Bord zu nehmen.

„Jedes Menschenleben ist wertvoll. Wir vertrauen darauf, dass es dem deutschen Außenminister gelingt, für 150 Menschenleben zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Denn Deutschland ist schließlich unser Flaggenstaat. In den vergangenen Tagen hat die Bundesregierung mehr als 200.000 Menschen in einem unglaublichen Kraftakt aus dem Ausland heimgeholt. Es muss doch vorstellbar und menschenmöglich sein, eine Maschine für 150 Schutzsuchende nach Südeuropa zu senden, um die Menschen unverzüglich zu evakuieren“, sagte Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye.

Die Hilfsorganisation „Alarm Phone“ berichtete indes, dass 80 Migranten an Bord eines seeuntauglichen Schiffes in maltesischen Gewässern um Hilfe gebeten habe. An Bord befinden sich auch Frauen und Kleinkinder. Eine Rettungsaktion sei bisher nicht organisiert worden, beklagte die Hilfsorganisation.

apa