Montag, 12. Oktober 2020

Italien will Anfang 2021 mit Impfkampagne starten

Laut der Regierung in Rom könnte Italien bis Ende dieses Jahres mit den ersten Dosen eines Anti-Covid-19-Impfstoffs rechnen.

„Anfang nächsten Jahres können wir mit der Impfkampagne beginnen“, erklärte der italienische Außenminister Luigi Di Maio.
„Anfang nächsten Jahres können wir mit der Impfkampagne beginnen“, erklärte der italienische Außenminister Luigi Di Maio. - Foto: © shutterstock
Dies sei der Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum Reihtera in Castel Romano südlich von Rom mit der Universität von Oxford zu verdanken, die schon seit Monaten an einem Impfstoff arbeiten, berichtete der italienische Außenminister Luigi Di Maio. „Anfang nächsten Jahres können wir mit der Impfkampagne beginnen“, so Di Maio.

Neue Maßnahmen am Montag

Italien will am Montag neue, landesweite Einschränkungen einführen, um den Anstieg der Infektionen zu stoppen. Erwogen werde unter anderem, private Feiern zu verbieten und die Öffnungszeiten von Restaurants und Bars einzuschränken, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza in einem TV-Interview am Sonntagabend. Noch am Montagabend könnte Ministerpräsident Giuseppe Conte ein entsprechendes Dekret unterschreiben. STOL hatte berichtet.

Die Oppositionskräfte beobachten kritisch die Regierungspläne zur Einführung weiterer Vorsichtsmaßnahmen. „Ich hoffe, dass die Regierung nicht wieder Geschäfte, Lokale, Fabriken und Schulen schließen wird: Die Gefahr ist, dass Italien stirbt“, warnte der Chef der Lega Matteo Salvini.

Gegen die negativen Auswirkungen der Coronakrise sei weiterhin eine Währungspolitik notwendig, die das Vertrauen von Unternehmen und Familien unterstützen können, sagte indes der Chef der italienischen Notenbank, Ignazio Visco.

„Es ist wichtig die Unsicherheit zu bekämpfen“

„In Friedenszeiten hatten wir noch nie einen so starken Wirtschaftsrückgang erlebt. Jetzt ist jedoch eine Phase schrittweisen Aufschwungs eingetreten. Es ist wichtig die Unsicherheit zu bekämpfen und einen weiteren Konsumrückgang zu verhindern“, kommentierte Visco laut italienischen Medien.

Das Bankensystem rechne mit einem Zuwachs fauler Kredite, in dieser Phase sei es daher wichtig, dass sich die Regierung stark einsetze, um Unternehmen über Wasser zu halten und eine Kündigungswelle zu verhindern. Wichtig sei vor allem, Europa eine Phase der Deflation zu ersparen.

„In Europa ist sowohl die private als auch die staatliche Verschuldung bereits hoch und sie würde mit einer Deflationsphase weiterhin steigen. Um ein solches Szenario zu verhindern, muss die Währungspolitik langfristig expansiv sein“, mahnte Visco.

apa/stol

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