Freitag, 11. Juni 2021

Italien will AstraZenca nur mehr für über 60-Jährige erlauben

Für den AstraZeneca-Impfstoff in Italien deutet sich eine geänderte Altersempfehlung an: Italiens wissenschaftliches Komitee CTS, das die Regierung im Umgang mit der Pandemie berät, prüft die Möglichkeit, künftig nur noch Menschen im Alter von über 60 Jahren das Corona-Vakzin des anglo-schwedischen Konzerns zu injizieren.

Jüngere, die bereits mit einer AstraZeneca-Dosis immunisiert wurden, sollen Pfizer oder Moderna als zweite Dosis erhalten.
Jüngere, die bereits mit einer AstraZeneca-Dosis immunisiert wurden, sollen Pfizer oder Moderna als zweite Dosis erhalten. - Foto: © APA/afp / LOIC VENANCE
Zweifel über die Sicherheit des Impfstoffes für jüngere Menschen nehmen unter den Experten zu, nachdem am Dienstag eine 18-Jährige aus Genua an den Folgen einer Thrombose starb, wenige Tage nachdem sie mit dem AstraZeneca-Vakzin immunisiert worden war. Die Frau hatte sich am 25. Mai an einem „Open Day“ beim Impfen beteiligt, an dem auch jüngere Menschen über 18 Jahre geimpft wurden.

Die Staatsanwaltschaft von Genua ermittelt in vier Todesfällen wegen vermuteter Nebenwirkungen von Impfstoffen. Am Dienstag wurde eine 34-jährige Frau wegen starker Nebeneffekte in die Intensivstation des Krankenhauses von Genua eingeliefert und musste notoperiert werden, nachdem sie mit dem AstraZeneca-Vakzin immunisiert worden war.

Während sich die Berichte über Nebenwirkungen häufen, beschloss die Region Sizilien, dass der AstraZeneca-Impfstoff nur noch Menschen über 60 Jahren verabreicht wird. Jüngere, die bereits mit einer AstraZeneca-Dosis immunisiert wurden, sollen Pfizer oder Moderna als zweite Dosis erhalten.

„Der Impfstoff von Astrazeneca kann Thromboseerscheinungen hervorrufen, die mit einer Senkung der Blutplättchen einhergehen. Genau aus diesem Grund gab es eine Empfehlung für eine bevorzugte Nutzung des Vakzins bei Personen über 60 Jahren. Jetzt hat sich das epidemiologische Szenario geändert. Dank der Impfung befinden wir uns in einer günstigeren Phase. Demnächst wird es ein Urteil über AstraZeneca geben, und niemand soll annehmen, dass Alarmsignale in Bezug auf die Sicherheit unterschätzt werden“, so CTS-Koordinator Franco Locatelli im Gespräch mit RAI 1 am Donnerstagabend.

Laut dem Gesundheits-Staatssekretär Pierpaolo Sileri sollte der AstraZeneca-Impfstoff Menschen unter 30 Jahren nicht verabreicht werden. „Besonders Frauen unter 50 Jahren würde ich AstraZeneca nicht empfehlen. Die Zweifel ergeben sich umso mehr aus der Tatsache, dass mittlerweile die Verbreitung und die wöchentliche Inzidenz des Virus stark zurückgegangen sind“, sagte Sileri.

apa