Sonntag, 28. Juni 2020

Italiener stürmen Strände – Sorge vor Infektionen

Nach dem langen Lockdown haben die Italiener am ersten Sommerwochenende die Strände des Landes gestürmt. Dabei wurden wiederholt die Abstandsregeln nicht berücksichtigt.

Im Bild der Strand von Capocotta vor den Toren Roms.
Im Bild der Strand von Capocotta vor den Toren Roms. - Foto: © ANSA / Emanuele Valeri
Wegen eines zu starken Andrangs auf Züge in Richtung Ligurien und Gardasee mussten einige Passagiere am Mailänder Hauptbahnhof auf ihre Reise verzichten.

Menschenschlangen bildeten sich im Hafen von Neapel, wo unzählige Touristen auf die Fähren nach Ischia und Capri warteten. Der Bürgermeister von Capri, Marino Lembo, zeigte sich wegen der Infektionsgefahr besorgt. „Während des Coronavirus-Notstands war unsere Insel ein Vorbild, wir hoffen, dass unsere Bemühungen gegen Covid-19 jetzt nicht zunichte gemacht werden“, sagte der Bürgermeister.

Trotz des Starts der Saison macht sich Italiens Tourismusbranche wegen des Ausfalls vieler ausländischer Gäste Sorgen. Laut Giorgio Palmucci, Präsident von Italiens Fremdenverkehrsverband ENIT, werden in diesem Jahr in Italien 70 Prozent weniger Urlauber aus dem Ausland als im Vorjahr eintreffen. Dies entspricht 140 Millionen Übernachtungen. Auch bei den italienischen Touristen wird mit einem Rückgang von 50 Prozent gegenüber 2019 gerechnet, als 430 Millionen Übernachtungen gemeldet wurden.

Hoffnungen setzt Palmucci auf die Urlaubsmonate Juli und August. 47 Prozent der Italiener wollen sich einen Urlaub gönnen und 90 Prozent in der Heimat bleiben. Vor allem Ortschaften am Meer und in den Bergen können damit hoffen, die Verluste der vergangenen Monate zumindest teilweise gutzumachen.
Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer in Italien seit dem 1. März auf ein Tief gesunken.

apa

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