Die Ärztin war am 16. Mai in einer Gesundheitseinrichtung in Salamat (Region Ituri, nahe Bunia) in direkten Kontakt mit später bestätigten Ebola-Fällen gekommen. Am 18. Mai führte sie zudem einen notfallchirurgischen Eingriff an einem durch eine Schusswunde verletzten Kind durch, das als möglicher Ebola-Verdachtsfall gilt, dessen Testergebnis jedoch noch aussteht.<BR /><BR />MSF teilte mit, die Betroffene sei asymptomatisch und werde aus Vorsichtsgründen in ihr Herkunftsland evakuiert. Die Organisation verwies auf medizinische Vertraulichkeit und laufende Sicherheitsprotokolle.<BR /><BR />Das italienische Gesundheitsministerium betonte, es gebe derzeit keine Ebola-Fälle in Italien und das Infektionsrisiko für die Bevölkerung sei sehr gering. Auch das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bewertet die Gefahr einer Ansteckung in Europa als „sehr niedrig“, beobachtet die Lage jedoch angesichts eines laufenden Ausbruchs in Zentralafrika weiter genau.<h3> DR Kongo: Mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet</h3>Nach Angaben des ECDC wurden in der Demokratischen Republik Kongo zuletzt mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet, in Uganda sieben bestätigte Fälle. Der aktuelle Ausbruch wird unter anderem mit dem Ebola-Virusstamm Bundibugyo in Verbindung gebracht, für den derzeit weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verfügbar ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte inzwischen vor einer „katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt“ in der vom Ebola-Ausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). <BR /><BR />„Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen“, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch auf dem Nachrichtenportal X. Unterdessen hat das Nachbarland Uganda seine Grenzen zur DR Kongo geschlossen.<BR /><BR /> Er appellierte an die Kriegsparteien, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden kann. Weil es keinen exakt passenden Impfstoff und keine speziellen Medikamente gegen die kursierende Ebola-Variante gibt, kann die Infektionskette nur unterbrochen werden, wenn Infizierte unter höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden und ihre Kontakte sich für drei Wochen isolieren.