Initiiert wurde das Expertentreffen vom EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement.1952 legte Italien per Gesetz die genauen Grenzen des italienischen Berggebiets fest. Der Auslöser dafür: „Benachteiligte“ Gemeinden sollten besser bestimmt werden können. Denn um ihre Entwicklung voranzutreiben, waren eigene Fonds zu ihrer finanziellen Unterstützung eingerichtet worden. 60 Jahre und viele Neudefinitionen der Berggebietsgrenzen später bemüht sich die Berggebietsforschung heute um einen neuen Schwerpunkt in der Sichtweise auf den Berg, nämlich als wertvolle Ressource mit großem Potential und weniger als schwierigen Lebensraum, der seine Einwohner zu „Benachteiligten“ macht. Dies die Diskussionsgrundlage für die Expertenrunde, die sich auf Einladung des EURAC-Instituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement an der EURAC zusammengefunden hat.Es folgten nach 1952 noch weitere Bestimmungsgesetze zum italienischen Berggebiet. Allesamt verfolgten sie das Ziel, die schwächeren Gebiete zu unterstützen. „In der Forschungsarbeit an unserem Institut treiben wir eine neue Definition von ‚Berggebiet‘ voran. Das ist auch der Ansatz, aus dem die Initiative für dieses Zusammentreffen entstanden ist. Es kann heute nicht mehr das Ziel sein, zu fragen ‚wie definieren wir Berggebiete, um das Geld besser zu verteilen?‘. Unser Ziel heute muss sein, unsere Berggebiete in ihrer Identität aufzuwerten, um ihre Ressourcen und ihre Vielfältigkeit auch ausschöpfen zu können“, unterstreicht Thomas Streifeneder, Leiter des EURAC-Instituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement. „Dieses Zusammentreffen ist ein erster Schritt in der Zusammenarbeit für eine besser vernetzte italienische Berggebietsforschung. Mit zukünftigen gemeinsamen Projekten und indem wir unsere Erfahrungen und Kompetenzen nun kontinuierlich austauschen, möchten wir das Berggebiet in Italien als Ganzes aufwerten“, resümiert Streifeneder. Teil dieses Netzwerks sind Experten aus dem italienischen Umweltministerium, der Abteilung für Regionalangelegenheiten des Ministerrats, aus dem Nationalrat für Forschung, aus den Universitäten Urbino und Roma Tre, sowie der Fakultät für Bergwesen in Edolo.