Freitag, 04. August 2017

Italienische Bienen durch Hitzewelle erschöpft

Der Klimawandel, extreme Hitze und die Dürre belasten die italienischen Bienen. Die Imker schlagen Alarm und rechnen mit einem Rückgang in der Honigproduktion von über 30 Prozent, berichteten Medien am Freitag.

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Besorgniserregend sei vor allem die Lage in der Lombardei. Hier sind wegen der seit Monaten anhaltenden Wasserknappheit die Wiesen verdorrt und die Bienen finden infolge keine Blüten.

Die Temperaturen in den Bienenstöcken erreichten ein Rekordhoch, was die Bienen schwer belaste. „Am Ende der Saison werden wir in der Lombardei 500 Tonnen Honig weniger als in den vergangenen Jahren haben, als die Produktion bei 1.700 Tonnen lag“, so Ettore Prandini, Präsident des Landwirtschaftsverbands Coldiretti in der Lombardei.

„In 30 Jahren habe ich schon viele heiße und trockene Sommer erlebt, keinen jedoch wie diesen. Die Lage ist dramatisch. Die Wiesen sind vertrocknet, die Bienen finden keine Nahrung mehr. Viele geschwächte Bienen werden den Winter nicht überleben können“, betonte Stefano Andreazza, Imker in Parabiago bei Mailand. In der Lombardei zählt man 143.000 Bienenstöcke.

Nicht nur das Klima spielt verrückt. Die Insekten sind von chemischen Insektenbekämpfungsmitteln stark belastet, die vor allem auf Maisfelder gesprüht werden. Die Folge sei, dass viele Bienen von den Feldern verschwunden sind, berichteten Experten.

Die ungewöhnliche Hitzewelle wirkt sich auch auf die Berggemeinden negativ aus. Wegen des Mangels an frischem Gras werden immer mehr Kühe von den Almweiden in die Ställe zurückgeführt. Der Beginn der Weinernte wurde in mehreren italienischen Regionen vorverlegt. Bei der Kiwi-Produktion kam es zu einem Rückgang von 20 Prozent.

apa

stol