Donnerstag, 20. Mai 2021

Italienische Regierung gegen „Impfungen am Strand“

Die italienische Regierung stemmt sich gegen Pläne einiger Regionen, Urlauber mit der zweiten Dosis Corona-Impfstoff zu versorgen – nach dem Motto „Impfungen am Strand“.

Italien will keinen Impftourismus.
Italien will keinen Impftourismus. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Die Tourismusdestinationen wollen damit vermeiden, dass Menschen auf den Urlaub verzichten, weil sie daheim den „zweiten Stich“ erhalten müssen. Die Region Venetien hatte sich sogar zur Immunisierung ausländischer Besucher bereit erklärt.

Der für die Regierungskampagne zuständige Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo rief die Italiener auf, ihren Urlaub nach dem Impftermin zu planen.

„Beim AstraZeneca-Vakzin kann man mit einer Zeitspanne zwischen 4 und 12 Wochen zwischen der ersten und zweiten Dosis rechnen, bei Pfizer- und Moderna-Impfstoffen mit 42 Tagen. Ich denke, es dürfte kein Problem sein, sich impfen zu lassen und nicht auf den Urlaub zu verzichten. Ich bin offen für jeden Vorschlag, den die Regionen machen wollen, natürlich gibt es für alles eine Grenze, das ist jene des Pragmatismus“, so der Regierungskommissar.

Am Mittwoch gab die Regierung Details zum italienischen Grünen Pass bekannt. Dieser soll bereits nach der ersten Impfung ausgestellt werden und für 9 Monate gültig sein.

Außerdem kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza an, dass man an die Ausdehnung der Impfkampagne auf Kinder denke. Am 28. Mai sollte die EU-Arzneibehörde EMA die Genehmigung zur Verabreichung der Pfizer-Dosen für die Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren erteilen.

San Marino impft Touristen


Der „Impftourismus“ hat inzwischen im Kleinstaat San Marino Erfolg. Seit Dienstag werden in San Marino Touristen, die mindestens einen 3-tägigen Aufenthalt in einem Hotel des Kleinstaates gebucht haben, mit dem russischen Sputnik-Vakzin geimpft. Die Impfung kostet 50 Euro. Die Initiative San Marinos weckte bei Touristen großes Interesse.

Rund 100 Personen meldeten sich laut den Behörden für die Sputnik-Impfung an. Italiener werden nicht zur Impfkampagne zugelassen.
Für diese „Impfreisen“ ist es nötig, in San Marino mindestens 2 Mal jeweils 3 Hotel-Übernachtungen im Abstand von 21 Tagen zu buchen. Die erste Impfung ist frühestens 7 Tage nach der Buchung möglich. Die 2 Impfungen würden von staatlichen Stellen beaufsichtigt.

apa/pho

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