Montag, 23. Dezember 2019

Italienischer Sterbehilfe-Aktivist freigesprochen

Ein prominenter italienischer Sterbehilfe-Aktivist ist vor Gericht freigesprochen worden, nachdem er einem Freund zum assistierten Suizid in der Schweiz verholfen hatte.

Marco Cappato wurde freigesprochen.
Marco Cappato wurde freigesprochen. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI

Das Schwurgericht in Mailand befand am Montag, dass sich der 48-jährige Politiker Marco Cappato keiner Straftat schuldig gemacht habe. Die Zuhörer im Gerichtssaal applaudierten.

Cappato, ein früherer Europaabgeordneter der Radikalen Partei, hatte im Februar 2017 einen Freund zu einer Spezialklinik in die Schweiz begleitet. Es handelte sich um den als „DJ Fabo“ bekannten Mailänder Discjockey Fabio Antoniani, der nach einem Unfall unter einer Tetraplegie litt, einer besonders schweren Form der Querschnittslähmung. Nach dessen Suizid zeigte sich Cappato in Italien selbst an und wurde wegen Verstoßes gegen einen Artikel des italienischen Strafgesetzbuches angeklagt. Das Schwurgericht in Mailand verwies den Fall seinerzeit aber an das Verfassungsgericht.

Ende September dieses Jahres urteilte das höchste italienische Gericht, dass Sterbehilfe in eng beschränkten Fällen straffrei sei. Es forderte zugleich das Parlament zu einer genaueren gesetzlichen Regelung auf. Mit dem Mailänder Urteil vom Montag dürfte sich der Druck auf die Abgeordneten verstärken. Die katholische Kirche in Italien wehrt sich gegen jede Erleichterung der Sterbehilfe.


dpa