Freitag, 07. Januar 2022

Italiens Ärzte fordern mehr Geld und Personal von der Regierung

Die größte Gewerkschaft der italienischen Krankenhausärzte schlägt wegen stark steigender Zahlen von Corona-Ansteckungen Alarm und fordert von der Regierung mehr Geld und Personal.

Italiens Ärzte arbeiten an der Belastungsgrenze. Sie fordern nun von der Regierung mehr Geld und zusätzliches Personal.
Italiens Ärzte arbeiten an der Belastungsgrenze. Sie fordern nun von der Regierung mehr Geld und zusätzliches Personal. - Foto: © shutterstock
In einem Schreiben an die Regierung betont der Ärzteverband „Anaao Assomed“, dass man eine Gesundheitskatastrophe vermeiden müsse. „Die Regierung muss dringend außerordentliche Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass Italiens Gesundheitswesen durch die explodierende Zahl an Corona-Infektionen überfordert wird“, hieß es in dem Schreiben.

Der von den Ärzten vorgeschlagene Notfallplan umfasst mehrere Maßnahmen, unter anderem die freiwillige Weiterbeschäftigung von Ärzten im Ruhestand, die Öffnung des Gesundheitswesens für Fachärzte, die nicht die italienische Staatsbürgerschaft besitzen, und die stärkere Einbeziehung der privaten Gesundheitsversorgung.

Mehrere Forderungen zu Papier gebracht

Im Einzelnen fordert der Anaao-Verband in seinem Schreiben an die Regierung, die 50.000 Ärzte in der Facharztausbildung mit speziellen bezahlten Verträgen Impfungen und Corona-Tests durchführen zu lassen. Dem Gesundheitspersonal soll ermöglicht werden, nach Erreichen des Vorruhestandsalters auf freiwilliger Basis und für mindestens 6 Monate im Dienst zu bleiben. Fachärzte ohne italienische Staatsangehörigkeit soll die Anstellung ermöglicht werden.

„Wir brauchen Geld und zusätzliches Personal, ohne das wir einfach nicht aus dieser Situation herauskommen können. Um einen Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitssystems zu vermeiden, sind dringende Maßnahmen erforderlich“, heißt es in dem Schreiben weiter.

„Personal arbeitet bis zur Erschöpfung“

Das enorme Ansteckungspotenzial des Virus führe dazu, dass Notaufnahmen und Intensivstationen der Krankenhäuser eine große Zahl von Patienten aufnehmen müsse, „eine Menge, die das Gesundheitssystem nur schwer bewältigen kann“, hieß es im Schreiben des Verbands.

Die Gesundheitsbehörden haben bereits mit dem Umbau ganzer Stationen begonnen, ambulante und chirurgische Aktivitäten seien unterbrochen worden, kritisierte der Verband. Er beklagte die Lage des Gesundheitspersonals, das sich „in einem völligen psychischen und physischen Burnout befindet“, nach 2 Jahren der Überlastung. Das Personal sei demoralisiert, verbalen und anderen Aggressionen ausgesetzt, schlecht bezahlt und gezwungen, „bis zur Erschöpfung zu arbeiten“. Urlaub und Freistellungen seien komplett ausgefallen.

apa/stol

Alle Meldungen zu: