Donnerstag, 26. Mai 2016

Italiens Beamte werden schlecht bezahlt

Die italienischen Beamten kosten die Staatskassen weniger als im Rest Europas. Ihr Durchschnittsalter ist jedoch wesentlich höher als in anderen EU-Ländern.

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Sie sind außerdem schlechter bezahlt und frustrierter, geht aus einer Studie hervor, die in Rom im Rahmen eines Forums über die öffentliche Verwaltung vorgestellt wurde.

7 Milliarden weniger als 2009 kosteten die Beamten den italienischen Staat 2015. Das Verhältnis zwischen den Ausgaben für Beamte und Italiens Bruttoinlandprodukt ist in den letzten 7 Jahren von 10,9 Prozent auf 10,6 Prozent geschrumpft.

Dabei sei es in diesen Jahren jedoch zu keiner einschneidenden Neuorganisierung der öffentlichen Verwaltung gekommen, geht aus der Studie hervor. Während im Schulwesen, in den Regionen und in den Lokalverwaltungen rund 143.000 Beamtenstellen verloren gegangen sind, ist ihre Zahl in Regionen mit Sonderstatut um 23.000 gestiegen.

Das autonome Aostatal meldet zum Beispiel 95 Beamten pro 1000 Einwohner, die Lombardei – Region mit Normalstatut – 41 Beamte pro 1000 Einwohner.

Die Beamten sind in Italien durchschnittlich 50 Jahre alt. Personen unter 35 Jahren machen lediglich acht Prozent des Personals der öffentlichen Verwaltung aus.

Zum Vergleich: In Frankreich sind es 27 Prozent und in Großbritannien 25 Prozent. Rund 10 Prozent aller Beamten sind mit befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt, geht aus der Studie hervor. Darin wurde das „tragische Misstrauen der Italiener“ gegenüber der öffentlichen Verwaltung hervorgehoben.

Die Digitalisierung sei ein wichtiger Weg, um die Effizienz des Systems zu steigern.

apa

stol