Dienstag, 15. Dezember 2020

Italiens Bevölkerungszahl sinkt unter Schwelle von 60 Millionen

Sinkende Geburten und Auswanderung von Jugendlichen: Die Bevölkerungszahl in Italien ist Ende 2019 unter die Schwelle von 60 Millionen Einwohnern gesunken.

Italiens meistbevölkerte Stadt ist laut Istat-Angaben Rom mit 2,8 Millionen Einwohnern.
Italiens meistbevölkerte Stadt ist laut Istat-Angaben Rom mit 2,8 Millionen Einwohnern. - Foto: © shutterstock
59,6 Millionen Einwohner, meldete das Statistikamt Istat am Dienstag. Das sind 175.000 weniger als Ende 2018. 51,3 Prozent der italienischen Bevölkerung – 30,59 Millionen Personen – sind Frauen.

Die italienische Bevölkerung altert immer mehr und ist im Durchschnitt 45 Jahre alt. Pro 5 Einwohner über 65 Jahre, gibt es ein Kind unter 15 Jahre. Die Bevölkerungszahl ist gegenüber 2011 vor allem wegen der Auswanderung von Jugendlichen aus Süditalien (minus 1,9 Prozent) gesunken. 400.000 Personen wanderten seit 2011 aus Süditalien aus.

Die meisten Italiener (16,8 Prozent) leben in der Lombardei, gefolgt von der Region Latium mit der Hauptstadt Rom (9,7 Prozent). Italiens meistbevölkerte Stadt ist laut Istat-Angaben Rom mit 2,8 Millionen Einwohnern, die kleinste Kommune ist das Bergdorf Morterone in der lombardischen Provinz Lecco mit 30 Einwohnern.

Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft drohen die demografischen Probleme Italiens noch mehr zu verstärken. Die Zahl der Neugeborenen 2021 könnte erstmals unter die Schwelle von 400.000 sinken, geht aus Angaben des Statistikamts Istat hervor. Istat rechnet, dass bis Ende 2020 die Zahl der Neugeborenen von 420.000 auf 408.000 sinken wird. Das ist ohnehin schon der tiefste Stand seit 1861.

Im kommenden Jahr könnte es laut diesen Berechnungen womöglich nicht mehr als 393.000 Geburten geben. Die Ungewissheit um die Entwicklung der Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft würden immer mehr Paare davon abhalten, Kinder in die Welt zu setzen.

apa

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