Montag, 04. Januar 2021

Italiens Caritas warnt vor „Katastrophe“ auf Balkanroute

Die italienische Caritas warnt vor einer „humanitären Katastrophe“ für Migranten auf der Balkanroute. Die Lage verschlechtere sich wegen den schwierigen Wetterbedingungen, sowie wegen des ständigen Wechsels von Flüchtlingscamps seitens der Migranten. Die minimalen Bedingungen für ein würdevolles Überleben seien nicht mehr vorhanden, hieß es in einem Schreiben der italienischen Caritas.

Die Situation auf der Balkanroute ist angespannt.
Die Situation auf der Balkanroute ist angespannt. - Foto: © APA/afp / ELVIS BARUKCIC
Die Caritas rief zu einer Initiative auf, um den Migranten zumindest einen Schutz zu sichern. Seit 2015 sei die italienische Caritas entlang der Balkanroute an Seite der lokalen Caritas in Griechenland, Albanien, Mazedonien, Bosnien Herzegowina und Serbien präsent, hieß es.

Dank einer Spende der italienischen Bischofskonferenz und von Papst Franziskus konnten die italienische Caritas und die Caritas in Bosnien Herzegowina zuletzt an 1500 Migranten in Flüchtlingslagern unweit von Bihac und Sarajevo Winterkleider verteilen.

Das ehemalige Flüchtlingslager nahe der Gemeinde Lipa im Nordwesten Bosniens war am 23. Dezember durch einen Großbrand zerstört worden. Seitdem gelang es der bosnischen Regierung nicht, eine neue Unterkunft für die Flüchtlinge bereitzustellen. Die Infrastruktur des Lagers wurde bei dem Brand vollständig von den Flammen vernichtet. Die Polizei untersucht, ob ehemalige Bewohner das Lager angezündet hatten, um gegen eine Entscheidung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zu protestieren.

Die EU-Kommission und IOM fordern die Wiedereröffnung eines Flüchtlingslagers in einer verlassenen Fabrik in Bihac, doch die örtlichen Behörden sperren sich dagegen. Vergangene Woche hatten die Behörden versucht, die Flüchtlinge mit Bussen in eine ehemalige Kaserne im Süden des Landes zu bringen. Das Vorhaben scheiterte jedoch am Protest bosnischer Anrainer.

apa

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