Mittwoch, 25. August 2021

Italiens größter Gletscher droht zu verschwinden

Italiens größter Gletscher droht aufgrund der globalen Erwärmung zu verschwinden. Der Adamello-Gletscher im alpinen Val Camonica zwischen der Lombardei und dem Trentino verliert jedes Jahr 14 Millionen Kubikmeter Wasser, was 5600 olympischen Schwimmbecken entspricht.

Der Adamello-Gletscher schmilzt immer schneller.
Der Adamello-Gletscher schmilzt immer schneller. - Foto: © Shutterstock
Die Fläche des Gletschers nimmt immer mehr ab, von etwa 19 Quadratkilometern im Jahr 1957 auf etwa 17,7 Quadratkilometer im Jahr 2015, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Umweltschutzverbands Legambiente hervor.

Obwohl die Dicke des Gletschers beträchtlich ist – 2016 wurden 270 Meter gemessen – ist seit 2016 ein progressiver Rückgang von 12 Metern zu verzeichnen.

„Die Gletschermassen des Adamello, des größten Gletschers in Italien, sind von beeindruckender Größe und Schönheit. Es ist schockierend, wenn man bedenkt, dass sie in den nächsten Jahrzehnten von den vielen Touristen nicht mehr bewundert werden könnten, wenn wir den derzeitigen Trend der klimawirksamen Gasemissionen fortsetzen“, betonte Vanda Bonardo, Leiterin von Legambiente Alps, in einer Mitteilung.

„Die Erhaltung der Gletscher bedeutet auch die Erhaltung einer Wasserreserve von strategischer Bedeutung. Der Adamello-Gletscher enthält viermal so viel Wasser wie der Gardasee. Würde diese Ressource verschwinden, hätte dies beispielsweise große Probleme für die Bewässerung in den Ebenen zur Folge“, sagte Barbara Meggetto, Präsidentin von Legambiente Lombardei.

Im vergangenen Jahrhundert haben die Alpengletscher laut Studie 50 Prozent ihrer Fläche verloren. Besorgniserregend sei demnach auch der Zustand des Calderone, eines Apenningletschers, der fast vollständig verschwunden und zu einer Eisansammlung mit geringer Oberfläche und ohne Eisfluss nach unten geworden ist.

apa