Freitag, 30. Oktober 2015

Italiens Industrieller Cragnotti zu fünfeinhalb Jahren verurteilt

Zwölf Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch des italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat ist der Ex-Chef des insolventen Nahrungsmittelkonzerns Cirio, Sergio Cragnotti, von einem Gericht in Rom zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

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Der ehemalige Großbanker und frühere Generali-Chef Cesare Geronzi wurde freigesprochen.

Parmalat hatte den Milchhersteller Eurolat 1999 von Cirio zu einem deutlich überhöhten Preis gekauft. 415 Mio. Euro hatte Parmalat für Eurolat gezahlt, doppelt so viel wie der geschätzte Wert des Milchproduzenten.

Der damalige Präsident der römischen Bank Banca di Roma Geronzi soll Parmalat zum Kauf von Eurolat „gezwungen“ haben, lautete die Anklage der römischen Staatsanwaltschaft. Das Gericht sah dies jedoch nicht als erwiesen und sprach Geronzi frei. Cirio war im Jahr 2002 Pleite gegangen. Cragnotti war des betrügerischen Bankrotts angeklagt.

Parmalat war Ende 2003 unter einer Schuldenlast von 14 Mrd. Euro zusammengebrochen. Der Ex-Parmalat-Chef Calisto Tanzi, der in Parma in Haft sitzt, hatte mit seinen Mitarbeitern über Jahre Bilanzen gefälscht. Der Fall gilt als einer der größten Betrugsskandale der europäischen Unternehmensgeschichte.

Ein Konkursverwalter sanierte den weit verzweigten Konzern und konzentrierte die Aktivitäten erfolgreich auf das Kerngeschäft. 2005 kehrte das Unternehmen an die Börse zurück. Parmalat wurde 2011 vom französischen Konzern Lactalis gekauft.

apa

stol