Die Firmen hätten Verbraucherinnen und Verbraucher mit irreführenden Informationen über ihr Engagement und ihre soziale Verantwortung gegenüber den Lieferboten angesprochen, lautet der Vorwurf. In Mitteilungen an Kunden – etwa in Verhaltenskodizes und auf ihren Internetseiten – hätten die Unternehmen ein Bild vermittelt, das auf Einhaltung hoher ethischer Standards und sozialer Verantwortung beruhe. <BR /><BR />Dieses entspreche jedoch nicht den tatsächlichen Verhältnissen, insbesondere mit Blick auf Arbeitsbedingungen, Rechtskonformität und das Management der Rider. In Österreich ist Delivery Hero mit dem Essenslieferant Foodora vertreten.<h3> Durchsuchungen in den italienischen Glovo-Filialen</h3>Mitarbeiter der Kartellbehörde führten am Dienstag Durchsuchungen in den Geschäftsräumen der Filialen von Glovo in Italien durch. Die Arbeitsverhältnisse bei Glovo stehen bereits seit Monaten im Visier der Ermittler. <BR /><BR />Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte die italienische Glovo-Einheit Foodinho bereits Anfang Februar unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Gegen den Geschäftsführer wird wegen des Vorwurfs der Ausbeutung von Arbeitskräften ermittelt. Glovo muss auf Anordnung eines Gerichts 40.000 Fahrer legal anstellen.<BR /><BR />In dem Dekret, das die gerichtliche Aufsicht anordnete, heißt es, die Fahrer seien unterhalb der Armutsgrenze bezahlt worden. Der Durchschnittsverdienst sei bei 2,50 Euro pro Lieferung gelegen. Das Existenzminimum für Arbeitnehmer in Italien liegt bei 1.245 Euro im Monat. Der Fall ist beispielhaft für die Auseinandersetzungen um die Arbeitsbedingungen in der sogenannten Gig-Economy, bei der Aufträge über Online-Plattformen kurzfristig an oft scheinbar selbstständige Arbeitskräfte vergeben werden.