Samstag, 03. Februar 2018

Italiens Präsident gedenkt Seilbahnunglück in Cavalese

Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat am Samstag anlässlich des 20. Jahrestags des Seilbahnunglücks im Trentiner Wintersport-Ort Cavalese den Toten vom 3. Februar 1998 gedacht. Damals kamen 20 Gondel-Insassen ums Leben, darunter zwei Österreicher. Mattarella bezeichnete die Tragödie als „offene Wunde“ und drückte den Familienangehörigen der Opfer seine Nähe aus.

Die völlig zerstörte Seilbahnkabine. - Foto: D
Die völlig zerstörte Seilbahnkabine. - Foto: D

Der Staatschef hob in einem am Samstag veröffentlichten Schreiben hervor, dass sich beim langen Prozess, der wegen internationaler Abkommen in den USA geführt wurde, der Wunsch der Familienangehörigen und der Gemeinschaft von Cavalese auf Gerechtigkeit nicht erfüllt habe. Die Cavalese-Tragödie sei ein „unlöschbarer Schmerz“, sagte der Präsident.

Ein US-Militärjet kappte vor 20 Jahren im Tiefflug das Kabel einer Seilbahn, die Cavalese mit dem höher gelegenen Skiort Cermis verband. Mit dem Seitenleitwerk des Flugzeugs wurde das Tragseil der talwärts fahrenden Kabine durchtrennt. 

Die Unfallstelle. - Foto: D

20 Todesopfer

20 Gondel-Insassen wurden in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren auch ein 37-jähriger Wiener und eine gebürtige Innsbruckerin, die in Brixen lebte. Ein weiteres Todesopfer stammte aus München, lebte aber zuletzt in Wien. Die anderen Opfer kamen aus Deutschland, Belgien, Polen, Italien und den Niederlanden. (STOL hat berichtet)

Der genaue Hintergrund ist bis heute nicht bekannt. Der Pilot der Todesmaschine, Richard Ashby, soll zwar Fehler bei dem Übungsflug eingeräumt haben. Dass er eine Mutprobe veranstaltet, aus Spaß und Übermut gehandelt habe, wie vermutet wurde, wies er jedoch stets energisch zurück. Ein Militärgericht in den USA sprach den Piloten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei, was heftigen Protest in Italien auslöste.

dpa

stol