Donnerstag, 02. Februar 2017

Italiens Regierung will Wölfe töten lassen: Tierschützer protestieren

Tierschützer haben am Donnerstag in mehreren Städten Italiens gegen die Pläne der Regierung zur Aufhebung eines Tötungsverbots für Wölfe demonstriert.

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Nachdem das Land in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Euro zur Rettung der bedrohten Tiere ausgegeben hat, plant das Umweltministerium in Rom jetzt die Tötung mehrerer Exemplare.

Vor allem im Apenninraum hätten sich die Wölfe stark vermehrt und seien inzwischen zur Bedrohung für die Viehzucht geworden, berichteten italienische Medien. Laut einem Plan, den das Umweltministerium den Regionen vorgelegt hat, sollen bis zu fünf Prozent der Wölfe getötet werden können. Mit dem Plan, der noch diese Woche von der Regierung abgesegnet werden soll, wird das Tötungsverbot für die Tierart aufgehoben, wenn der Bestand eine Gefährdung für die Bevölkerung darstellen sollte.

150 Wölfe im Alpenraum

Etwa 2.500 Wölfe leben am Apennin, im Alpenraum sind es rund 150. Vor allem in der Toskana, in der ungefähr 600 Wölfe leben, beschweren sich Tierzüchter immer wieder, weil Schafe, Kälber und Esel gerissen werden. Die Region startete im vergangenen Jahr einen mit vier Millionen Euro dotierten Drei-Jahres-Plan zur Entschädigung von Viehzüchtern, die Schäden durch Wölfe erlitten haben.

Italiens Tierschutzverband ENPA sammelte auf Facebook eine halbe Million Unterschriften gegen die Pläne der Regierung. Weitere 170.000 Unterstützungserklärungen sammelten die Grünen für eine Petition. Wölfe würden Wildtiere jagen und nicht gezüchtete Tiere angreifen, hieß es seitens des WWF.

Der Tierschutzverband LAV sprach von einem Schritt zurück in die Vergangenheit. Umweltminister Gian Luca Galletti verteidigte die Regierungspläne indes. Die gezielte Tötung einiger Exemplare gefährde die Wölfe in Italien nicht. Man sorge außerdem dafür, dass Jäger und Viehzüchter die Tiere nicht selbst töten.

Nicht nur Wölfe bereiten den Viehzüchtern in Berggebieten Sorge. Die Zahl der Hirsche ist in Italien seit 1980 um 700 Prozent gewachsen, jene der Gämsen um 120 Prozent. Ein großes Problem sind Wildschweine, deren Zahl allein seit dem Jahr 2000 um 400 Prozent gestiegen ist. Pläne der Region Toskana, 250.000 Wildschweine zu töten, hatten zuletzt für heftige Proteste gesorgt.

apa

stol