Mittwoch, 09. Juni 2021

Jahr 2020: 39 Prozent weniger Zweisprachigkeitsnachweise ausgestellt

Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) gibt die Ergebnisse der durchgeführten Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen und der Zertifikate mit einsprachiger Prüfung für das Jahr 2020 bekannt. 45,5 Prozent der Kandidaten haben die Prüfung bestanden, mit sehr unterschiedlichen Werten je nach Niveau. Die Erfolgsquote der einsprachigen Prüfungen für die Anerkennung von Sprachzertifikaten beträgt 96,2 Prozent, wobei die Werte bei den 4 Laufbahnen ziemlich homogen ausfallen.

3022 Zweisprachigkeitsnachweise  wurden im Jahr 2020 ausgestellt.
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3022 Zweisprachigkeitsnachweise wurden im Jahr 2020 ausgestellt. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Im Laufe des Jahres 2020 hat der Dienst für Zwei- und Dreisprachigkeit des Landes Südtirol 3022 Zweisprachigkeitsnachweise ausgestellt, davon 1747 nach erfolgter „klassischer“ Zweisprachigkeitsprüfung, 1088 nach erfolgter einsprachiger Prüfung und 187 aufgrund der Anerkennung der Titel des Kandidaten, ohne weitere Prüfung.

Es sind dies 39 Prozent weniger Nachweise als im Jahr 2019, da in den Monaten März, April, Mai und November 2020 aufgrund des Covid-19-Notstandes alle Prüfungen ausgesetzt wurden.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Erfolgsquoten bei den Zweisprachigkeitsprüfungen für alle Ebenen etwas zurückgegangen (von 47,8 Prozent im Jahr 2019 auf 45,5 Prozent im Jahr 2020); ähnlich ist es bei den einsprachigen Prüfungen (2019: 98,5 Prozent, 2020: 96,2 Prozent). Abgenommen hat auch die Zahl der ohne Prüfung
erteilten Zertifikate, und zwar von 231 auf 187 (-19,0 Prozent).

46,5 Prozent der 1128 im Jahr 2020 erworbenen Zweisprachigkeitsnachweise des Niveaus C1 betreffen Sprachzertifikate. Dieser Anteil nimmt kontinuierlich ab, je niedriger das Niveau ist, bis er auf dem A2-Niveau 29,5 Prozent erreicht.


Niveau B2 der Sprachkompetenz im Jahr 2020 Schlusslicht bei der Erfolgsquote

Bei den Standardprüfungen haben sich insgesamt 5302 Personen zur Zweisprachigkeitsprüfung angemeldet. Davon sind 1460 nicht angetreten, was einer Quote von 27,5 Prozent entspricht. Fast eine Person von 3 Eingeschriebenen tritt also nicht zur Prüfung an. Im Jahr 2019 lagen diese Werte noch bei 9121 und 2787.

Bei den Prüfungen der Laufbahnen C1 und B2 treten mehr Frauen an, bei den Laufbahnen B1 und A2 hingegen mehr Männer.


Die Erfolgsquote beträgt bei der Laufbahn C1 47,6 Prozent und bei der Laufbahn B2 33,6 Prozent. Für die Laufbahn B1 wird ein Wert von 45,3 Prozent verzeichnet und für die Laufbahn A2 liegt die Erfolgsquote bei 76,7 Prozent.

Für die Laufbahnen C1 und A2 ist die Erfolgsquote im Jahr 2020 gegenüber 2019 angestiegen, für die Laufbahnen B2 und B1 hingegen gesunken.

Nur bei der Laufbahn C1 verzeichnen die männlichen Kandidaten bessere Ergebnisse als die weiblichen, bei den Laufbahnen B2, B1 und A2 sind es hingegen die weiblichen Kandidaten, welche eine etwas höhere
Erfolgsquote aufweisen.

Aufgeschlüsselt nach Altersklassen der Kandidaten sind im Jahr 2020 - so wie in den vergangenen Jahren - beim Niveau C1 die größten Schwankungen festzustellen. Die Erfolgsquote ist bei den über 40-Jährigen mit 59,2 Prozent am höchsten und bei den 25- bis 29-Jährigen mit 33,5 Prozent am niedrigsten. Die absolut höchste Erfolgsquote verzeichnet das Niveau A2 in der Altersklasse der 20- bis 24-Jährigen (81,5 Prozent).


Unterschiedliche Erfolgsquoten nach Wohnort

Für das Niveau C1 verbuchen die Kandidaten aus dem Bezirk Salten-Schlern mit 56,3% die höchste Erfolgsquote, für das Niveau B2 die Kandidaten aus dem Überetsch-Südtiroler Unterland mit 42,9 Prozent. Beim Niveau B1 liegen hingegen die Kandidaten aus der
Bezirksgemeinschaft Pustertal mit 64,9% vorne, ebenso beim Niveau A2 mit 92,6 Prozent; Salten-Schlern folgt dort mit einer Erfolgsquote von 83,9 Prozent.


Hohe Erfolgsquote bei Prüfungen nach Vorlage von Sprachzertifikaten

Im Laufe des Jahres 2020 traten 412 Personen zur einsprachigen Prüfung für das Niveau C1 an. Die Erfolgsquote betrug 96,6 Prozent (2019: 98,9 Prozent). 418 Personen traten zur Prüfung des Niveaus B2 an und 96,4 Prozent bestanden sie (2019: 98,2 Prozent).

166 Personen unterzogen sich der Prüfung für das Niveau B1 (Erfolgsquote: 95,2 Prozent gegenüber 99,1 Prozent im Jahr 2019) und 135 Kandidaten traten zur Prüfung des Niveaus A2 an: Hier belief sich die Erfolgsquote auf 95,6 Prozent, 2019 waren es 97,6 Prozent. In 53 Fällen wurde der Antrag auf Anerkennung des Sprachzertifikates abgewiesen, weshalb die Kandidaten nicht zur einsprachigen Prüfung zugelassen wurden.

Im Jahr 2020 waren es insgesamt 1131 Personen, welche zur einsprachigen Prüfung antraten, 2019 waren es noch 1715.



Prüfung zur Feststellung der Kenntnis der ladinischen Sprache

Seit April 2017 findet die Ladinischprüfung nach neuen Regeln und Richtlinien statt. Sie wurde gemäß Beschluss der Landesregierung Nr. 481/2015 an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) angepasst. Daher gilt nun:

- die Niveaustufen wurden umbenannt und an die Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens angepasst, das heißt A entspricht C1, B entspricht B2, C entspricht B1 und D entspricht A2;

- die Prüfungen aller Niveaustufen bestehen nun aus 4 Modulen: Hörverständnistest, Leseverständnistest, schriftliche Prüfung und mündliche Prüfung.

Seit Juni 2017 besteht (laut DPR 752/1976, Art. 3, Absatz 9-quinquies) zudem die Möglichkeit, den Dreisprachigkeitsnachweis (Zweisprachigkeitsnachweis und Ladinischnachweis) des Niveaus C1 über Studientitelanerkennung ohne weitere Prüfungen zu erwerben. Im Jahr 2020 haben 2 Kandidaten diese Möglichkeit in Anspruch genommen.


Die Prüfungen zur Feststellung der Kenntnis der ladinischen Sprache verzeichnen für alle Niveaus der Sprachkompetenz höhere Erfolgsquoten als die Zweisprachigkeitsprüfungen. Insgesamt beläuft sich die Erfolgsquote auf 79,5 Prozent, wobei die weiblichen Kandidaten nur bei der Laufbahn B2 besser abschneiden als die männlichen. Beim Niveau B1 haben alle Kandidaten, unabhängig vom Geschlecht, die Prüfung bestanden.







stol

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