Montag, 26. September 2016

Jahrestag des Wiesn-Attentats: "Schlimmster Tag unserer Geschichte"

Zum Jahrestag des Oktoberfest-Attentats von 1980 haben Politiker und Opferangehörige endlich Aufklärung verlangt.

Es ist ein dunkler Tag in der Geschichte des Oktoberfests, der 26. September 1980. 13 Menschen verloren ihr Leben.
Es ist ein dunkler Tag in der Geschichte des Oktoberfests, der 26. September 1980. 13 Menschen verloren ihr Leben.

„Es ist schließlich immer noch eines der schlimmsten Ereignisse in unserer Stadtgeschichte. Es ist immer noch der verheerendste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag bei dem Gedenken an der Wiesn. „Es ist ein barbarischer Akt, der, insbesondere was die Hintergründe und die Drahtzieher betrifft, leider immer noch nicht vollständig aufgeklärt ist.“

13 Menschen starben

Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr riss die Bombe aus 1,39 Kilo TNT zwölf Volksfestbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Auch der Attentäter Gundolf Köhler starb. Die Ermittler schlossen die Akten damals mit dem Ergebnis, der frühere Anhänger der rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ habe die Tat alleine und aus privatem Frust begangen. Opfervertreter hatten das stets scharf kritisiert. Seit Dezember 2014 wird neu ermittelt.

Obwohl es „objektive Befunde“ gegeben habe, dass mehr als eine Person beteiligt war, sei 1980 „nur halbherzig, jedenfalls nicht mit der erforderlichen Akribie untersucht, manche sagen auch vertuscht worden“, sagte der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Bayerischen Landtag, Franz Schindler (SPD). Taten aus der rechtsextremen Szene seien über Jahrzehnte verharmlost worden.

dpa

stol