„Wir werden in naher Zukunft zu einer Entscheidung kommen“, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch dazu laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Wegen der langfristigen Strahlenbelastung waren bereits zuvor Einwohner einiger Gemeinden außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW Fukushima zum Verlassen der Häuser aufgefordert worden.Bekannte Autoren wie Literatur-Nobelpreisträger Kenzaburo Oe oder Musiker wie Ryuichi Sakamoto wollen laut Kyodo für Sonntag 50.000 Menschen in Tokio zu einer Anti-Atom-Demonstration mobilisieren. An diesem Tag liegt der Beginn der Katastrophe genau 100 Tage zurück.Grüner Tee radioaktiv verseuchtUnterdessen hat radioaktive Strahlung an Tee-Blättern erste Folgen für die Bauern in der Provinz Shizuoka. Einige Plantagen in Japans berühmter Teeanbau-Provinz sollen den Verkauf radioaktiv belasteter Teeblätter stoppen, wie die lokalen Behörden bekanntgaben. Fünf Plantagen in Japans größter Teeanbau-Region wurden aufgefordert, freiwillig den Vertrieb der Blätter einzustellen und die bereits ausgelieferten zurückzurufen. Bei Untersuchungen war dort in Folge des Atomunfalls radioaktive Strahlung oberhalb der Grenzwerte gemessen worden. Die Behörden hatten 20 Plantagen in dem Anbaugebiet Warashina, 370 Kilometer südwestlich von der Atomruine Fukushima, untersucht. In Warashina war vor kurzem in getrockneten Teeblättern radioaktives Cäsium festgestellt worden.Grüner Tee aus Japan wird in aller Welt für seine gesundheitsfördernde Wirkung geschätzt. Der Bürgermeister der Provinzhauptstadt Shizuoka erklärte laut Medienberichten, er werde von der Zentralregierung in Tokio Schadenersatz verlangen. Japan hatte im vergangenen Jahr 83 000 Tonnen getrocknete Teeblätter produziert. Davon entfielen 40 Prozent auf die Provinz Shizuoka. Die lokalen Behörden wollen nun weitere Strahlenmessungen vornehmen.Reaktorgebäude sollen luftdicht werdenLaut Angaben von "Spielgel Online" sollen die beschädigten Reaktorgebäude in Fukushima so verschlossen werden, dass sie luftdicht werden und auf diesem Weg kein radioaktives Material freigesetzt wird. Tepco, die Betreibergesellschaft des Atomkarftwerks, werde Ende Juni mit den Bauarbeiten beginnen.apa/dpa/stol