„Im Einzelfall können die Gründe, die zu einer Fehlgeburt führen, nur schwer bis gar nicht festgestellt werden. Eine Fehlgeburt kann jede schwangere Frau treffen, die Gründe sind zumeist unspezifisch“, sagt Dr. Barbara Plagg, Wissenschaftlerin am Institut für Allgemeinmedizin und Public Health des universitären Ausbildungszentrums für Gesundheitsberufe Claudiana. <BR /><BR />Während man von Fehlgeburten nur in der frühen Phase der Schwangerschaft spricht, spricht man in der späten Phase bzw. während der Geburt von einer „Stillen Geburt“. Auch diese kann laut Dr. Plagg verschiedene Gründe haben.<BR /><BR /> „Neben den Routineuntersuchungen zu Beginn und während der Schwangerschaft gibt es keine besonderen Maßnahmen, um einen Spontanabort zu verhindern“, erklärt Dr. Giuliano Piccoliori, wissenschaftlicher Leiter des Instituts. <BR /><BR />Eltern von „Sternenkindern“ können in Südtirol auf ein Beratungs- und Hilfsangebot zurückgreifen, das zwar gut funktioniere, aber ausbaufähig sei, sagt Dr. Barbara Plagg. Die Familienberatungsstelle „Lilith“ in Meran bietet regelmäßig Treffen von „Sternenkinder“-Eltern an, der Katholische Familienverband Südtirol (KFS) hat das Projekt „Sternenkinder – Bimbi stella“ lanciert. <BR /><BR />„Wichtig ist, dass von der Umgebung der Verlust anerkannt wird und nicht mit Floskeln wie ,Es war ja noch nicht mal auf der Welt‘ oder ,Ihr werdet sicher noch ein Baby bekommen‘ versucht wird, den Schmerz herunterzuspielen. Das Gefühl, unverstanden und einsam zu sein, wird durch solche Floskeln nur größer“, weiß Dr. Barbara Plagg. <BR /><BR /> Zusammen mit Filmemacher Jörg Oschmann hat sie den Frühgeburten und „Stillen Geburten“ eine Filmdokumentation gewidmet. Die Doku mit dem Titel „Über Fehlgeburt und Stille Geburt“ lässt Betroffene und Experten zu Wort kommen – sie kann in der Rai-Mediathek abgerufen werden. <BR />