Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, kommen häufiger vor, als viele denken. Das zeigen zwei Vorfälle, die sich innerhalb von nur 24 Stunden in Gröden ereignet haben. Dank des beherzten Eingreifens von Freiwilligen des Weißen Kreuzes und öffentlich zugänglicher Defibrillatoren (AED) konnten zwei Menschen erfolgreich wiederbelebt werden.<h3> Bewusstloser Autofahrer wird reanimiert</h3>Drei junge Frauen sind am Abend auf dem Nachhauseweg, als sie neben der Straße ein verunfalltes Auto entdecken. Sie reagieren sofort. Die drei sind Freiwillige des Weißen Kreuzes und kommen gerade von einem Ausbildungstermin.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1338081_image" /></div> <BR /><BR />Der Fahrer ist bewusstlos und atmet nicht normal. Die Frauen setzen umgehend den Notruf ab und beginnen mit der Wiederbelebung. Ein öffentlich zugänglicher AED befindet sich glücklicherweise in unmittelbarer Nähe. Nach der Schockabgabe setzt der Herzschlag des Mannes wieder ein.<BR /><BR />„Im Durchschnitt erleidet in Südtirol jeden Tag ein Mensch einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Dann zählt jede Sekunde“, sagt Alexander Schmid, Präsident des Weißen Kreuzes. Er gibt zu bedenken: „Die ersten am Unglücksort sind meist nicht die Rettungskräfte, sondern Passantinnen und Passanten. Nicht immer sind darunter geschulte Freiwillige, die genau wissen, was zu tun ist.“<BR /><BR />Deshalb setze sich das Weiße Kreuz dafür ein, dass möglichst viele Menschen die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen und AED-Geräte im ganzen Land schnell erreichbar sind. „Je mehr Menschen im Ernstfall handeln, desto stärker wird unsere Rettungskette“, so Schmid.<h3> Zweiter Herzstillstand bei Radrennen</h3>Nicht einmal 24 Stunden später kommt es bei einem Radrennen in Gröden zu einem weiteren dramatischen Zwischenfall. Ein Hobbyfahrer erleidet während des Rennens einen Herz-Kreislauf-Stillstand und stürzt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1338084_image" /></div> <BR /><BR />Die Freiwilligen, die den Sanitätsdienst bei der Veranstaltung übernehmen, sind sofort zur Stelle. Sie beginnen umgehend mit der Wiederbelebung und setzen einen AED ein. Noch bevor der Notarzt eintrifft, kommt der Mann wieder zu Bewusstsein, öffnet die Augen und beginnt zu sprechen.<h3> Auch Laien können Leben retten</h3>Alexander Schmid betont, dass im Ernstfall nicht nur ausgebildete Ersthelfer eingreifen können.<BR /><BR />„Wer den Notruf unter der Nummer 112 absetzt, bekommt in jedem Fall Unterstützung. Die Mitarbeitenden der Landesnotrufzentrale erklären am Telefon Schritt für Schritt die notwendigen Maßnahmen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte – auch den Umgang mit den öffentlichen Defibrillatoren. So können auch Menschen ohne Erste-Hilfe-Ausbildung eingreifen.“<BR /><BR />Auch Ivo Bonamico, Direktor des Weißen Kreuzes, hebt das Zusammenspiel aller Beteiligten hervor: „Der Erfolg einer Rettung hängt vom Zusammenwirken aller ab – von den Ersthelfenden über die Landesnotrufzentrale und den Rettungsdienst bis hin zu den hochspezialisierten Abteilungen Intensivstation und Kardiologie im Krankenhaus. Dieses Zusammenspiel funktioniert in Südtirol hervorragend und verbessert die Überlebenschancen der Betroffenen entscheidend.“<h3> Beide Männer wieder zu Hause</h3>Die beiden Ereignisse in Gröden bestätigen diese Einschätzung. Dank des schnellen Eingreifens der Ersthelfer und der professionellen Rettungskette konnten beide Männer erfolgreich behandelt werden. Sie überstanden den Herz-Kreislauf-Stillstand ohne nennenswerte Folgeschäden und sind inzwischen wieder zu Hause.<BR /><BR />Wer sich über Erste Hilfe informieren möchte, findet Informationen zu den Kursen des Weißen Kreuzes sowie praktische Erste-Hilfe-Tipps auf dessen Website. Die Standorte aller öffentlich zugänglichen AED-Geräte sind außerdem über die „WK App“ für Android und iPhone abrufbar.