Das Turmblasen an Heiligabend hat in Jenesien eine lange Tradition. Für Franz Weifner und Paul Oberkofler ist es jedes Jahr ein fixer Termin – und das seit mehr als fünf Jahrzehnten ohne Unterbrechung. Anfangs bestand die Gruppe nur aus zwei Flügelhörnern später kamen weitere Musiker und schließlich auch ein Bassist hinzu.<BR /><BR />Jedes Jahr am Heiligen Abend machen sich die Musikanten bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Christmette mit ihren Instrumenten auf den Weg in den fast 50 Meter hohen Kirchturm. Der Aufgang ist eng und steil, und es gilt, sich vorsichtig mit den Instrumenten nach oben zu schlängeln. „Vor allem der Bassist muss fast auf den Millimeter genau aufpassen, damit er durch die enge, steile Treppe nach oben kommt“, sagt Paul Oberkofler.<h3> Bevor die große Glocke läutet...</h3>Fast ganz oben im Turm, dort wo die Glocken hängen, befindet sich ihr angestammter Platz. Von dort aus spielen die Turmbläser ihre weihnachtlichen Weisen, die weit über das Dorf hinaus zu hören sind. „Wichtig ist, dass wir rechtzeitig beginnen, bevor die große Glocke läutet, denn einer der Bläser steht aus Platzgründen direkt darunter“, sagt Franz Weifner. Einmal sei es sogar passiert, dass die große Glocke zu läuten begann und der Bläser sich rasch in Sicherheit bringen musste, um nicht von der schweren Glocke erfasst zu werden.<BR /><BR />Auch das Wetter stellte die Musikanten im Laufe der Jahre immer wieder vor Herausforderungen. Es sei schon vorgekommen, dass sie wegen starken Windes die Fenster nicht öffnen konnten, aber gespielt hätten sie trotzdem. „Wir haben alle Wetter im Laufe der Jahre erlebt: Regen, Schneegestöber, Wind und Kälte. Einmal mussten wir einen Gasofen mit hinaufnehmen, sonst wären die Instrumente eingefroren“, erinnert sich Paul Oberkofler.<h3>Die Tradition soll weitergeführt werden</h3>Traditionell spielen die Bläser vor und nach der Christmette – zum Schluss immer das „Stille Nacht“. Die Leute freuen sich – auf dem Dorfplatz bilden sich kleine Gruppen und wer zu Fuß zur Mette kommt, hört die Musik schon von weitem. Und am Ende wird dann oben im Turm noch ein bisschen gefeiert. Freunde bringen Kekse oder einen Schnaps vorbei, Weihnachtswünsche werden ausgetauscht.<BR /><BR />„Wir freuen uns jedes Jahr auf diesen besonderen Moment und wollen diese Tradition fortsetzen“, sind sich Franz Weifner und Paul Oberkofler einig. Und wenn heute wieder die bekannten Weisen vom Kirchturm in Jenesien erklingen, dann, ja dann ist wieder Weihnachten.