Dienstag, 23. Januar 2018

Jetstream Schuld an Extremwetterlagen

Orkan „Friederike“ wütet in Mitteleuropa und die Alpen versinken im Schnee. Eine der Hauptursachen für das extreme Wetter der vergangenen Woche ist die Lage des Jetstreams, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) am Dienstag in Genf.

Jetstream ist schuld an der extremen Wettersituation.
Jetstream ist schuld an der extremen Wettersituation. - Foto: © shutterstock

Der Jetstream, eine hohe Luftströmung, die das Klima maßgeblich beeinflusst, verläuft derzeit weiter südlich als üblich, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis. Folgen seien Orkanwinde wie bei Sturmtief Friederike, heftige Niederschläge, die in den Alpen das Schneechaos mit der Lawinengefahr auslösten, und für Jänner ungewöhnlich milde Temperaturen.

In Valencia in Spanien ist am Sonntag und Montag der Wärmerekord für Jänner gebrochen worden, mit bis zu 26,6 Grad.

In Montpellier im Süden Frankreichs fiel der Rekord für die wärmste Nachttemperatur im Jänner: 14,5 Grad.

„Die Temperatur lag in Teilen Spaniens sieben bis zehn Grad über dem für diese Jahreszeit üblichen Mittel“, sagte Nullis.

Gleichzeitig kamen Skiregionen wie Coucheval in Frankreich mit fünfeinhalb Metern Schnee an seit Jahrzehnten nicht gesehene Schneemengen heran.

Auch die extreme Kälte in den USA Anfang des Jahres hatte mit dem Jetstream zu tun, wie Klimaforscher berichteten. Der Jetstream sei über Nordamerika welliger als früher. Ursache dafür ist unter anderem, dass sich die Arktis schneller erwärmt als die Tropen, erläuterte Marlene Kretschmer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

apa/dpa

stol