Dienstag, 31. März 2015

Jetzt heißt's: Ende und Neuanfang am Krankenhaus Innichen

Es war allen klar und doch kam der Tag eher als gedacht: Innichens Geburtenabteilung ist mit 31. März Geschichte. Noch einmal kamen Betroffene, Befürworter und Gegner zu diesem Anlass zusammen. Das Motto: Ende und Neuanfang. Ab 1. April finden Frauen im Krankenhaus Innichen gewohnte, aber auch neue Angebote.

Gemeinsam wurde am Krankenhaus Innichen am Dienstagabend das Ende der Geburtenstation "begangen". Foto: mt
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Gemeinsam wurde am Krankenhaus Innichen am Dienstagabend das Ende der Geburtenstation "begangen". Foto: mt

Die Initiativgruppe Pro Krankenhaus will weiter für das Spital kämpfen. Rosmarie Burgmann pocht darauf, nun alle Versprechungen für das Krankenhaus auch wirklich einzuhalten und umzusetzen. 

Innichens Bürgermeister Werner Tschurtschenthaler sieht das Aus mit einem weinenden Auge und einem, das in die Zukunft blickt. Mit zwei bettenführenden Abteilungen und dem Frauengesundheitszentrum behalte das Krankenhaus ein klares Profil. 

Im Krankenhaus Innichen würden die Frauen über den 31. März 2015 hinaus in den verschiedenen Lebenssituationen weiterhin umfassend betreut, hieß es (STOL hat von der Schließung der Geburtshilfe berichtet).

Was bleibt, was ist neu? 

In der gynäkologischen Ambulanz werden weiterhin sämtliche Leistungen der gynäkologischen Grundversorgung angeboten. So sagt Primar Bruno Engl: „Besonders liegen uns die schwangeren Frauen am Herzen, natürlich können sie weiterhin die Untersuchungen im Krankenhaus Innichen durchführen. Sie werden hier gut betreut und brauchen für diese Untersuchungen nicht in das Krankenhaus Bruneck zu fahren.“

Neu eröffnet wird mit 1. April das Hebammenambulatorium im 2. Stock des Krankenhauses: Hebammen betreuen die Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt.

Sara Zambelli-Pavà, die Leiterin des Hebammenambulatoriums zum Angebot: „Wir betreuen Frauen in der Schwangerschaft und auch in der Zeit nach der Geburt. So bieten wir etwa die Vorsorgeuntersuchungen bis zur 39. Schwangerschaftswoche + 6Tage an. Für die Zeit nach der Geburt bieten wir unter anderem Stillberatung und Untersuchungen und Beratungen bezüglich Wundheilung und Rückbildung.“

Weiterhin bestehen bleibt auch die Abteilung Gynäkologie mit sechs Betten. Auf der Abteilung werden Frauen von Montag bis Freitag betreut. Hier werden Patientinnen aufgenommen, deren Erkrankung einen stationären Aufenthalt erfordert.

Frauengesundheit im Krankenhaus Innichen

Zusätzlich zu diesen Angeboten arbeite eine Arbeitsgruppe bereits eifrig am Konzept und an der Umsetzung der „frauen.gesundheit pustertal – donne.salute val pusteria“. Das Thema Frauengesundheit solle mit speziellen Angeboten ergänzt werden.

Bezirksdirektor Walter Amhof sagt: „Auf der Grundlage unseres Versorgungsauftrages wird dabei die Diagnostik und Prävention im Vordergrund stehen. Dabei kann sich „frauen.gesundheit pustertal“ in gewissen Bereichen von anderen Einrichtungen unterscheiden, nicht zuletzt wegen der überschaubaren Größe und den damit verbundenen Möglichkeiten. Wir finden, dass dieses Projekt eine gute Chance für das Krankenhaus Innichen bietet, ein Zentrum mit Charakter aufzubauen, das von Frauen für Frauen betrieben wird. Das Krankenhaus Innichen bietet gute Rahmenbedingungen, um eine persönliche und individuelle Betreuung anzubieten.“

stol/mt/ker

stol